Geschäftsführer Michael Preetz nannte ihn zuletzt die "Lebensversicherung" der Hertha. Salomon Kalou ist in der laufenden Spielzeit der mit Abstand gefährlichste Angreifer der Berliner, mit bald 33 Jahren aber im gehobenen Fußballer-Alter. Trotz Vertrag bis 2020 ließ der Ivorer nun seine Zukunft offen. Droht der Abgang des treffsicheren Routiniers?


Salomon Kalou trägt seit 2014 das Trikot von Hertha BSC. Nach der Weltmeisterschaft in Brasilien wechselte der 97-fache ivorische Nationalspieler aus Frankreich von OSC Lille nach Berlin. Seither konnte der Routinier in 128 Pflichtspielen 42 Tore erzielen - auch in der aktuellen Spielzeit zeigt sich der Angreifer treffsicher. Sein Tor zum zwischenzeitlichen 1:0 bei Herthas 1:2-Niederlage in Gladbach am vergangenen Samstag war bereits Kalous elfter Saisontreffer.


Es zeigt, wie wichtig der Mann von der Elfenbeinküste für Herthas Offensive ist: Acht der letzten 14 Berliner Tore markierte Kalou höchst selbst. Im August wird er 33 Jahre alt, sein Vertrag in der Hauptstadt läuft noch bis 2020. Eigentlich dürften keine Zweifel bestehen, dass Kalou auch in naher Zukunft noch für die Hertha auf Torejagd geht. In einem Interview auf der ​Vereinshomepage nannte er das Pokalfinale "in unserem 'Wohnzimmer'" als großes Ziel, neben der Weiterentwicklung der jungen Mannschaft um in herum.

Im Gespräch mit dem kicker (Print-Ausgabe) klang das aber schon ein wenig anders: "Ich habe noch keine Pläne. Wir werden sehen, was passiert. Ich habe noch einen Vertrag über die Saison hinaus. Ich spiele für die Alte Dame, es sei denn, es passiert was“, gab er sich zurückhaltend. Das etwas in seine Richtung passiert, ist aber eher unwahrscheinlich. "Er ist unsere Lebensversicherung“, sagte Hertha-Geschäftsführer Michael Preetz jüngst über den Ivorer. Kaum vorstellbar also, dass die Berliner Verantwortlichen Kalou ziehen lassen würden. Auch wenn der kicker jüngst über die ​geplante Verjüngung des Hertha-Sturms spekulierte und einen Abschied von Kalou in den Raum stellte.  


Zumal es bei der Hertha in der laufenden Spielzeit vorne nicht all zu rund läuft. Außer Kalou trifft kein Offensivspieler regelmäßig. Kapitän Vedad Ibisevic hat erst vier Tore auf dem Konto, Davie Selke gelangen in der Bundesliga fünf Treffer. Ein Hauptgrund, warum die Hertha in diesem Jahr eher geringe Chancen auf eine erneute Europapokal-Teilnahme hat. Zehn Punkte beträgt der Rückstand auf Rang sechs, sieben sind es auf den siebten Platz, der ebenfalls noch für die Europa League reichen könnte.


"Bei uns treffen zu wenige verschiedene Spieler“, erklärt Kalou das Berliner Offensivproblem. Man müsse mehr Chancen herausspielen und unberechenbarer werden, fordert der Ivorer. Dann könnte es in der Tabelle auch wieder etwas nach vorne gehen. "Wir haben noch fünf Spiele vor uns, vielleicht schaffen wir es noch in die Top 8“, so der 32-Jährige. Ganz aufgegeben hat er auch die Europa League noch nicht: "Das ist noch möglich, alles ist möglich. Vielleicht lassen die anderen Teams noch Federn." Gelingen kann das wohl nur mit vielen weiteren Treffern des gefährlichsten Hertha-Akteurs.