Im Winter wäre Jannes Horn fast bei RB Leipzig gelandet. Doch der 1. FC Köln lehnte das Angebot des Vizemeisters ab. Der Linksverteidiger musste bleiben, spielt in der Rückrunde beim Tabellenletzten aber keine Rolle mehr. Horn ist "unglücklich" über seine Situation - sein Zukunft trotz Vertrag bis 2022 ungewisser denn je.


​Im vergangenen Sommer wechselte Jannes Horn mit großen Erwartungen zum 1. FC Köln. In der ersten Europa-League-Saison seit 25 Jahren versprach sich der 21 Jahre alte Linksverteidiger dank der Dreifachbelastung viele Einsätze bei den Geißböcken. Der U21-Nationalspieler kam für sieben Millionen Euro aus Wolfsburg und unterschrieb beim Effzeh einen langfristigen Vertrag bis 2022.


Nun neigt sich seine Premieren-Saison am Rhein dem Ende entgegen. Das vorläufige Fazit klingt ernüchternd: "Ich bin unglücklich, dass ich nicht spiele“, sagt Horn gegenüber Geissblog.Koeln. Während die Kölner als Tabellenletzter dem Abstieg ins Auge schauen, lief es auch für Horn persönlich alles andere als rund. Lediglich 13 Einsätze in der Bundesliga, Europa-League und DFB-Pokal kann er fünf Spieltage vor Saisonende verbuchen. Viele weitere dürften nicht mehr hinzukommen. "Die Situation ist natürlich schwer für mich, weil ich nicht spiele. Ich haue in jedem Training alles rein, aber bis jetzt hat es nichts genutzt“, wird er vom Express zitiert.

Seit Anfang des Jahres stand Horn nur einmal auf dem Platz. Ausgerechnet beim 2:1-Sieg gegen RB Leipzig, könnte man sagen. Der Vizemeister war im Winter stark an einem Transfer interessiert, wollte Ersatz für Nationalspieler Marcel Halstenberg, der sich das Kreuzband gerissen hatte. Und auch Horn schien nicht abgeneigt, witterte die Chance auf einen Stammplatz bei RB.


​Die Kölner lehnten ein Angebot im kolportierten zweistelligen Millionenbereich allerdings ab. Kurz zuvor war bereits Konstantin Rausch nach Russland zu Dinamo Moskau abgewandert. Wie schnell Nationalspieler Jonas Hector zurückkommen würde, war damals ebenfalls noch nicht sicher abzusehen. Horn musste bleiben, spielt seither aber keine Rolle mehr unter FC-Coach Stefan Ruthenbeck. 

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Jannes Horns (oben Mitte) bislang erster und einziger Rückrundeneinsatz: Beim 2:1-Auswärtssieg in Leipzig stand der 21-Jährige in der Startelf.


Das liegt auch an Horns gesundheitlichen Problemen der vergangenen Wochen. Der 21-Jährige fiel mehrfach krank aus und suchte deshalb sogar einen Spezialisten in Düsseldorf auf. Zum Saisonendspurt ist er nun wieder fit - und hofft auf eine Chance. "Ich schaue jetzt erst einmal von Spiel zu Spiel. Wir wollen den Abstieg noch immer verhindern. Dann schauen wir weiter“, erklärt er.


Ob er in der neuen Spielzeit und bei einem ​möglichen Neustart in der Zweiten Liga noch das Effzeh-Trikot trägt, bleibt offen. Zu einem Verbleib im Unterhaus wollte sich Horn nicht äußern, Leipzig soll weiterhin interessiert sein. Das Heft des Handelns hat aber sein aktueller Klub in der Hand. Anders als bei vielen anderen Kollegen besitzt Horn keine Ausstiegsklausel, müsste also den Gang in die Zweitklassigkeit mitgehen, sollte Sportdirektor Armin Veh seinem Verkauf einen Riegel vorschieben. Vieles hinge dann wohl von der Zukunft von Hector ab, der jüngst verkündete, sich einen Verbleib in Köln auch in Liga Zwei vorstellen zu können.