Unter die Freude über den Halbfinal-Einzug in der Königsklasse mischten sich Sorgenfalten bei Jupp Heynckes: Der Bayern-Coach bangt nach dem 0:0 im Rückspiel gegen den FC Sevilla um zwei wichtige Spieler. James Rodriguez und Javi Martinez erlitten schwere Prellungen. Martinez wurde dabei Opfer einer üblen Attacke.


​Der FC Bayern hat das siebte Champions-League-Halbfinale in den vergangenen acht Jahren klargemacht. Der Rekordmeister ließ sich in der heimischen Allianz-Arena den 2:1-Vorsprung aus dem Hinspiel in Sevilla nicht mehr nehmen. Gegen größtenteils harmlose Andalusier reichte ein ​torloses Remis für den letztlich souveränen Einzug in die Vorschlussrunde der Königsklasse.


Wirklich brenzlig vor dem Bayern-Tor wurde es nur in der 59. Minute, als Joaquin Correa den Ball nach einem Freistoß von der rechten Seite an die Querlatte köpfte. Ansonsten blieb Sevilla aber bieder und wirkte nicht wie ein Team, dass mindestens zwei Treffer brauchte, um doch noch weiterzukommen. Die Bayern dagegen kontrollierten die Partie ohne sich wirklich nennenswerte Torchancen zu erspielen. Immer wieder kamen sie zwar über die Flügel auf die Grundlinie, der letzte Pass landete dann aber in der Regel beim Gegner.

Der versuchte es statt mit spielerischen Mitteln häufig auch mit enormer Härte in den Zweikämpfen. Den gut aufgelegten James Rodriguez erwischte es schon im ersten Durchgang. "James hat sich eine Oberschenkelprellung zugezogen. Ich war drauf und dran, ihn auszuwechseln, aber er hat ein sehr gutes Spiel gemacht und konnte durchziehen", erklärte Jupp Heynckes nach dem Spiel.

Rechtsverteidiger Rafinha musste kurz vor der Pause an der Schulter behandelt werden und wurde drei Minuten vor Spielende ausgewechselt - dieses Mal zwickte der Oberschenkel. Die Verletzung schien sich der Brasilianer aber ohne Einfluss des Gegners zugezogen zu haben.


Dass Landsmann Javi Martinez einen äußerst schmerzhaften Abend erlebte, hatte derweil der FC Sevilla zu verantworten. Der argentinische Nationalspieler Ever Banega geriet mehrmals mit Bayerns Mittelfeldabräumer aneinander. Der negative Höhepunkt folgte in der Nachspielzeit der Partie: An der Außenlinie im Mittelfeld spielte Martinez einen Flachpass nach vorne ehe Joaquin Correa angerauscht kam und den Spanier rüde umtrat. Schiedsrichter William Collum zeigte dem 23-jährigen Argentinier völlig zurecht die Rote Karte. 

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Nach dem groben Foul von Correa kam es zur Rudelbildung zwischen den beiden Teams. Javi Martinez blieb schmerzverzerrt auf dem Boden liegen (l.).


"Correa ist normalerweise ein fairer Spieler. Ich kenne ihn sehr gut. Ihm sind da alle Sicherungen durchgebrannt. Natürlich hat das auf dem Fußballfeld nichts zu suchen", meinte Heynckes. Martinez habe sich eine "starke Knieprellung" zugezogen. "Man muss sehen, wie sich das über Nacht entwickelt, dann kann man das Ausmaß der Verletzung sehen. Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist", hoffte der Bayern-Coach. 


Bei der gestrigen Partie haben es die Sevilla-Spieler aber vor allem auf Mittelstürmer Robert Lewandowski abgesehen. Der Pole wurde rustikal zu Boden gebracht und musste deshalb mehrmals lange behandelt werden. Mit einer dicken Beule unter dem linken Auge beendete er letztendlich die Partie nach 77 Minuten.