​Es ist eines der wichtigsten Spiele für den SC Freiburg, um nicht im bedrohlichen Abstiegskampf zu landen. Am Montagabend treffen die Breisgauer auf den FSV Mainz 05, der in der Tabelle nur drei Punkte hinter Freiburg liegt. Doch Trainer Christian Streich hat weiterhin mit schweren Problemen zu kämpfen. Für die Freiburger wäre ein Sieg also bitternötig.


Für Streich und sein Team ist es eine harte Saison. Das liegt vor allem an den vielen Langzeitverletzten, wie Streich bei der Pressekonferenz vergangenen Donnerstag beklagte. Für ihn ist vor allem der Ausfall von Spitzenspieler Florian Niederlechner und Mike Frantz, mit deren Einsatz der Trainer in der Startelf für die Saison stark gerechnet hatte, verheerend. "Das Problem ist einfach, dass ein paar auch einfach nicht zurück kommen werden. Niederlechner bricht die Kniescheibe. Wer bricht sich denn schon die Kniescheibe?" 


Streich wirkt verzweifelt. So viele Spieler sind seit Saisonstart ausgefallen. Zunächst konnten Schlüsselspieler wie Philipp Lienhart und Nicolas Höfler aufgrund Verletzungen nicht auftreten. Manuel Gulde verpasste wegen Rückenproblemen die komplette Hinrunde. Neuzugang Yoric Ravet, der bisher eine gute Leistung in der Mannschaft erbracht hatte, fiel zunächst mit Achillessehnenproblemen, dann mit einem Muskelfaserriss aus und Amir Abrashi hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen, wodurch er für den Rest der Saison ebenfalls ausfallen wird. "Wir müssen schauen, dass wir die Grenzen so verschieben, dass wir die Liga halten. Dann hätten wir die schwierigste Saison, seit ich Profitrainer bin, bewältigt." Dass es Streich dieses Mal so schwer fällt, erfolgreich zu sein, kann auch an den offensiven Abgängen vom Sommer liegen, als Topspieler wie Maximilian Philipp (Dortmund) und Vincenzo Grifo (Gladbach) den Club verließen und kein qualitativer Ersatz geholt wurde. 


Mit welchen Schwächen geht Mainz 05 am Montag ins Spiel?


Trainer Sandro Schwarz macht sich ebenfalls Sorgen um seinen Kader. Für Montag könnten sechs Spieler ausfallen. Für den Gelb-Rot gesperrten Abwehrmann Giulio Donati könnte Abdou Diallo einspringen. Dieser trainiert nach der Nasenbein-OP zwar wieder mit, trägt aber eine Schutzmaske, weshalb Schwarz noch nicht sicher ist, ob er ihn aufstellen kann. Des Weiteren fällt Niko Bungert durch seine Langzeitverletzung ebenfalls aus. Und auch Stürmer Yoshinori Muto sowie Verteidiger Gerrit Holtmann haben ihre Blessuren noch nicht ausgeheilt und sind nicht einsatzfähig. Trotzdem ist Trainer Schwarz optimistisch. Die starke Leistung in den letzten beiden Spielen gegen Gladbach (0:0) und Köln (1:1) gibt dem Trainer die Hoffnung, die gute Serie zu halten. "Der Glaube ist wieder da, dass man die Dinge regeln kann", so Schwarz gegenüber Bild


Wo liegen die Schwächen des SC Freiburg?


Diese positive Einstellung des Mainzer Trainers fehlt dem SC Freiburg im Moment. Hört man Streich über die Leistung seiner Mannschaft sprechen, klingt er zufrieden und lobt sie, doch es schwingt ein Hauch Verzweiflung mit. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg (0:2) sprach er das fatalste Problem seiner Mannschaft an. Die Freiburger können größtenteils ihre Tore nur aus den Standards heraus schießen. Schaut man auf die Statistik, zeigt sich, dass 15 der 26 Treffer nach einer Standardsituation fielen. Dabei waren es sieben nach Eckbällen, zwei nach Freistößen und sechs durch Elfmeter. Der SC Freiburg ist mit dieser Torbilanz zweitschlechtester der Bundesliga Saison. "Wir haben genug Freistöße und Ecken, sind aber nicht gefährlich. Wenn das dann auch noch fehlt - es war bisher unsere große Stärke - dann wird es schwierig", zweifelt der Trainer laut kicker


Der Spieler, auf dem die Hoffnung der Freiburger Mannschaft liegt, heißt somit Nils Petersen. Er hat bisher 13 Tore in der Saison geschossen, eine Bilanz, die bisher nur Robert Lewandowski von Bayern München getopt hat. Doch die Gegner wissen, dass Petersen der einzige torgefährliche Spieler in Freiburg ist, weshalb Petersen meist nur noch über Elfmeter oder eine wirklich glückliche Chance treffen kann. Die Last und Abhängigkeit, die dem 29-Jährigen übertragen wurde, kann er im Grunde kaum bewältigen. 


Fazit und Prognose


Doch trotz all den Problemen, mit denen sich Trainer und Mannschaft herumschlagen müssen, sieht die Gesamtbilanz nicht allzu düster aus. Am 29. Spieltag mit 30 Punkten auf Platz 14 der Tabelle zu stehen, ist eine Leistung, die nicht zu unterschätzen ist. Natürlich liegt die Hoffnung des Spiels wieder auf Nils Petersen, doch dieser wird nach den turbulenten Ereignissen der Woche wieder voll konzentriert sein und hoffentlich wieder fleißig Tore schießen können. Falls den Jungs der Druck nicht zu groß ist und sie sich zu 100% auf das Spiel konzentrieren, wird einem Sieg nichts mehr im Wege stehen.