Am kommenden Freitag (20:30 Uhr) trifft der FC Augsburg zum Auftakt des 30. Spieltages auf den VfL Wolfsburg. In der Volkswagen Arena will FCA-Trainer Manuel Baum möglichst drei Punkte einfahren, um den Klassenerhalt endgültig perfekt zu machen. Nach der ​1:4-Niederlage im Spiel gegen Bayern München ließ Baum die Frage, wer in der Offensive beginnt, aufgrund der Situation von Alfred Finnbogason weiterhin offen und stellte Sergio Cordova einen erneuten Einsatz in Aussicht.


Rein rechnerisch ist in der unteren Tabellenhälfte der Bundesliga noch immer nichts entschieden. Der FC Augsburg liegt derzeit mit 36 Punkten auf dem elften Tabellenplatz und hat neun Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, der derzeit vom FSV Mainz 05 belegt wird, doch Manuel Baum ist weiterhin um Bescheidenheit bemüht: "Der Klassenerhalt ist unsere Deutsche Meisterschaft. Und den wollen wir so schnell wie möglich", so der 38-Jährige auf der heutigen Pressekonferenz vor der Partie in Wolfsburg.

Damit der endgültige Klassenerhalt relativ zeitnah gelingt, wolle man besonders "im Spielaufbau

flexibler werden. In der Defensive klappt das gut, in der Offensive wären auch zwei Spitzen wieder eine Option mit Caiuby und Cordova. Das müssen wir aber abwarten."  Derweil sei ein Einsatz von Stürmer Alfred Finnbogason erneut fraglich: "Bei Finnbogason kann es auch gegen Wolfsburg knapp werden. Wir haben immer gesagt, dass wir ihn nur bringen, wenn er 100 Prozent fit ist." Der 29-Jährige, der in dieser Saison bereits elf Tore erzielte, fehlt aufgrund einer Wadenverletzung seit dem 21. Spieltag. Baum: "Er hat immer noch kleine Probleme."


Gut möglich also, dass Baum tatsächlich wieder auf ein System mit Caiuby und Cordova als Doppelspitze setzt. Gegen den FC Bayern boten die Augsburger im 3-1-4-2 besonders in den ersten 45 Minuten eine ansehnliche Leistung und brachten die Münchner in den ersten 30 Minuten immer wieder in Bedrängnis, ohne sie zu weit in die eigene Hälfte eindringen zu lassen. Besonders Cordova, der vor der Saison für eine Million Euro aus seiner venezuelanischen Heimat nach Augsburg wechselte, sorgte mit seiner Leistung gegen die Münchner für eine positive Überraschung.


Reuter und Caiuby mit Lob für Cordova


"Wenn die Sonne scheint, dann blüht er auf", sagte etwa FCA-Manager Stefan Reuter laut der Augsburger Allgemeine über den 20-Jährigen, aus dessen Schuss in der 18. Minute das Eigentor von Innenverteidiger Niklas Süle und folglich die zwischenzeitliche 1:0-Führung für die 'Fuggerstädter' resultierte. 


Dabei lief zunächst nicht alles rund: Im Oktober verletzte sich Cordova bei der Nationalmannschaft, befand sich seitdem in einem Formtief. Reuter: "Er ist leider in der Hinrunde verletzt von der Nationalmannschaft gekommen und hat dann den Schwung verloren. Es war ein langer, kalter Winter, er war neu, kann die Sprache noch nicht perfekt. Da muss man einem jungen Spieler Zeit geben, um sich zu akklimatisieren, damit er seine ganze Qualität zeigen kann."

FC Augsburg v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

               Nach seinem ordentlichen Auftritt gegen die Münchner dürfte sich                                    Sergio Cordova (mitte) berechtigte Hoffnungen auf mehr Einsätze machen


Der Spieler selbst gestand, zu Beginn einige Anpassungsprobleme gehabt zu haben, beteuerte jedoch, dass er sich mittlerweile eingelebt habe: "Es war alles anders, die Sprache, die Kultur, aber ich versuche immer positiv zu bleiben. Ich fühle mich sehr wohl hier. Jeder versucht mir zu helfen und ich habe noch viel vor mit dem FCA." 


Besonders Caiuby habe sich in den vergangenen Monaten als wichtiger Faktor herauskristallisiert. "Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass er jemanden fragen kann, der so etwas auch schon erlebt hat. Das macht es einfacher. Ich versuche ihm zu helfen, damit er sich wohlfühlt", so der 29-Jährige über sein Verhältnis zu seinem Teamkollegen, dem er attestierte: "Da ist er gut dabei. Er versucht immer zu lernen."


Das Spiel gegen den FC Bayern war demnach eine Belohnung für seine harte Arbeit in den vergangenen Monaten, weshalb sich Cordova umso mehr über seinen zweiten Startelfeinsatz der Saison freute: "Beim ersten Spiel war ich verletzt und konnte es daher nur im Fernsehen sehen. Für so einen Moment wie am Samstag arbeitet man und ich werde weiter hart arbeiten, um noch viele solche Momente mit dem FCA zu erleben."