Holstein Kiel bastelt weiterhin an einem Fußball-Märchen. Die Mannschaft von Markus Anfang schaffte in der vergangenen Saison den Aufstieg in die zweite Liga und steht dort nach 29 Spieltagen auf dem dritten Tabellenplatz, der die 'Störche' zur Teilnahme an den Relegationsspielen um den letzten Startplatz in der Bundesliga berechtigen würde. Doch ausgerechnet in den entscheidenden Wochen machen sich erneut Gerüchte um ein Engagement des 43-Jährigen beim 1. FC Köln breit, was innerhalb des Vereins für Ungewissheit und Unruhe sorgt.


Die Suche nach einem Trainer für die kommende Saison ist für die Verantwortlichen des 1. FC Köln kein einfaches Unterfangen. Nach der Entlassung von Peter Stöger übernahm zunächst U-19 Trainer Stefan Ruthenbeck das Steuer und hauchte der Mannschaft in den ersten Wochen neues Leben ein, doch nach 29 Spieltagen taumeln die Kölner dem Abstieg als Tabellenletzter weiterhin entgegen und haben bei sechs Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz nur noch geringe Chancen, um das Wunder perfekt zu machen.


Trotz einer soliden Rückrunde ist die Zukunft des 45-Jährigen mehr als ungewiss. Bereits vor dem vergangenen Duell gegen die Mainzer ​ließ Geschäftsführer Armin Veh die Frage, wer denn nun ab der kommenden Saison in Köln auf der Bank sitzt, offen. Man werde "zu gegebener Zeit darüber sprechen", so der 57-Jährige gegenüber Sky. Nach dem Spiel am Samstag sei jedoch entschieden worden, ​dass Ruthenbeck nach der Saison wieder von seinen Aufgaben entbunden werde, und man stattdessen mit einem neuen Trainer in die kommende Saison starten möchte. 

1. FC Koeln v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

  Noch-Trainer Stefan Ruthenbeck (mitte) wird den sechsten Abstieg des 1. FC Köln aller                                  Voraussicht nach nicht verhindern können 


Einer, der beim 1. FC Köln womöglich schon länger auf der Liste steht, ist Markus Anfang von Holstein Kiel. Der 43-Jährige wechselte im August 2016 von der U-19 von Bayer Leverkusen zu den 'Störchen' und schaffte prompt in seinem ersten Jahr den Aufstieg in die zweite Liga. Dort steht man nun auf dem dritten Tabellenplatz und hat im Rennen um die Aufstiegsplätze bereits fünf Punkte Vorsprung auf Ingolstadt und Regensburg, der Relegationsplatz ist in greifbarer Nähe. 


Nachdem bereits Ende des vergangenen Jahres​ Gerüchte um einen sofortigen Wechsel des gebürtigen Kölners zu den 'Domstädtern' die Runde machten, wird nun also über ein Engagement ab Sommer spekuliert. Wie ​Sportbuzzer berichtet, sorgen die Gerüchte, die aufgrund des engen Aufstiegsrennens zu einem ungünstigen Zeitpunkt kommen, vor allem für Ungewissenheit. "Natürlich bekommt man das mit. Ich wünsche mir Klarheit. Am liebsten so schnell wie möglich. Die ständigen Gerüchte beschäftigen einen schon", sagte etwa Dominik Schmidt, Innenverteidiger und Ersatzkapitän der 'Störche'. 


Wie das Online-Portal weiter berichtet, scheinen auch die Fans über den Zeitpunkt der Spekulationen nicht gerade erfreut zu sein, und fordern daher "Klartext statt verbalen Eiertanz". Dennoch hält man sich in Kiel weiterhin bedeckt. Laut Ralf Becker, Geschäftsführer Sport, wolle man sich generell nicht "an derartigen Spekulationen beteiligen." Anfang persönlich wollte den Fokus auf den Saisonendspurt legen, vermied jedoch weiterhin ein klares Bekenntnis: "Es gibt nichts Neues zu berichten und auch nichts zu diskutieren. Wir beschäftigen uns lieber mit den letzten fünf Spieltagen."


Ein Ende der Spekulationen scheint demnach noch nicht in Sicht, was sich möglicherweise negativ auf die Mannschaft auswirken könnte, wodurch es noch einmal schwieriger würde, die kommenden Aufgaben mit Ruhe und Konzentration zu bewältigen, um am Ende eventuell den Durchmarsch in die Bundesliga feiern zu können.