Bereits zwei Bundesligaspieler haben in der laufenden Saison zehn Gelbe Karten erhalten - einer von ihnen ist Santiago Ascacibar vom VfB Stuttgart. Der defensive Mittelfeldspieler wird immer wieder durch seine rustikale Zweikampfführung auffällig und fehlt den Schwaben am kommenden Wochenende beim Duell gegen Hannover 96. Einschränken will Korkut seinen Schützling nicht, jedoch hofft er darauf, dass der 21-Jährige in Zukunft lernt, seine Stärken effizienter einzusetzen.


Dass Santiago Ascacibar anfällig für Gelbe Karten ist, kristallisierte sich bereits in seiner Heimat heraus. Der Argentinier lief vergangene Saison noch für seinen Jugendverein Estudiantes de La Plata auf und sammelte in 24 Einsätzen in der argentinischen Primera Division acht Stück. Im Sommer erfolgte der Wechsel zum VfB Stuttgart, wo er sich auf Anhieb durchsetzte und sowohl unter Hannes Wolf als auch unter Nachfolger Tayfun Korkut regelmäßig zum Stammpersonal gehört. Aktuell steht er bei 24 Startelfeinsätzen, ein 25. wird am kommenden Spieltag gegen Hannover 96 allerdings nicht dazukommen.


Gemeinsam mit Kyriakos Papadopoulos vom Hamburger SV steht er an der Spitze der Spieler mit den meisten Verwarnungen. Sowohl der Grieche als auch Ascacibar erhielten am vergangenen Wochenende bereits ihre zehnte der Saison, und werden damit zum zweiten Mal aufgrund zu vieler Gelber Karten fehlen.

VfB Stuttgart v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga

  Szenen wie diese gab es in der laufenden Saison nicht selten: Ascacibar (r.) erhält die    Gelbe Karte, wie beispielsweise beim Aufeinandertreffen gegen Bayer Leverkusen



In den verbleibenden fünf Partien der Bundesliga, von denen Ascacibar vorerst nur für das Heimspiel gegen Hannover nicht spielberechtigt ist, könnte der 21-Jährige sogar noch einen neuen Vereinsrekord einstellen: In der Saison 1995/96 erhielt Hendrik Herzog im Stuttgarter Dress 13 Gelbe Karten. Doch trotz der Vielzahl an Verwarnungen bleibt Korkut gelassen: "Er muss sich nicht ändern", sagte der 44-Jährige laut dem kicker


Die harte Zweikampfführung sei "seine Stärke", so der Trainer der Schwaben, der am Samstag auf seinen Ex-Verein treffen wird. "Wenn wir ihn bremsen, könnte er diese Stärke verlieren", führte Korkut fort. Stattdessen wolle er auf eine andere Methode zurückgreifen: "Stärken stärker machen."  Generell sei Ascacibar ohnehin "ein junger Spieler, der dazulernen" werde.


Trotz allem scheint sich der Wechsel in die Bundesliga für den elffachen U20-Nationalspieler gelohnt zu haben. Zu Beginn des vergangenen Jahres lag der Marktwert des Mittelfeldspielers noch bei 7,5 Millionen Euro, doch seit seinem Wechsel zum VfB Stuttgart hat sich dieser verdoppelt - Tendenz steigend. Sein Vertrag gilt noch bis 2022, demnach hat er genügend Zeit, sich fußballerisch weiterzuentwickeln, und kommt vielleicht schon in der kommenden Saison mit weniger Verwarnungen aus.