Die Roma schafft gegen den FC Barcelona die ganz große Sensation. Nach der 1:4-Hinspielpleite besiegen die Italiener Barça im eigenen Stadion mit 3:0 und ziehen damit ins Halbfinale der Champions League ein. Edin Dzeko brachte die Hausherren früh in Führung, ehe die Eigentorschützen aus dem Hinspiel das Viertelfinal-Duell gegen den Favoriten endgültig drehten.

Tore: 1:0 Dzeko (6., Linksschuss), 2:0 de Rossi (58., Foulelfmeter, Rechtsschuss), 3:0 Manolas (82., Kopfball)

Schiedsrichter: Clement Turpin (Frankreich)


Nach der 1:4-Hinspielpleite in Barcelona brauchte die Roma im heimischen Stadio Olimpico ein kleines Wunder, um doch noch ins Champions-League-Halbfinale einzuziehen. "Wir müssen ins Risiko gehen und mit Hingabe spielen", forderte AS-Coach Eusebio Di Francesco vor der Partie. Im Vergleich zum unglücklichen Auftritt im Camp Nou nahm der 48-Jährige in seiner Startelf drei Veränderungen vor. Neben dem angeschlagenen Diego Perotti nahmen Lorenzo Pellegrini und Bruno Peres auf der Bank Platz. Radja Nainggolan, Juan Jesus und Patrik Schick rückten in einem 3-5-2-System dafür in die Anfangsformation.

Der Favorit aus Barcelona begann dagegen mit der identischen Startelf wie in der ersten Begegnung vor einer Woche. Barça-Trainer Ernesto Valverde vertraute erneut einer Doppelspitze mit Lionel Messi und Luis Suarez, die vor zwei Viererketten in einem klassischen 4-4-2 agierten. Für Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé blieb nur die Bank. Im Tor stand wie gewohnt Nationalkeeper Marc-André ter Stegen.

Dzeko bringt AS früh in Führung


Die Hintermannschaft des FC Barcelona zeigte gleich zu Beginn ungewohnte Schwächen - und schürte so die Hoffnungen der Roma-Anhänger: Ein einfacher langer Ball von AS-Kapitän Daniele De Rossi reichte in der sechsten Minute um die Hintermannschaft der Katalanen auseinanderzuhebeln. Edin Dzeko setzte sich gegen Samuel Umtiti und Jordi Alba durch und spitzelte den Ball vorbei am chancenlosen ter Stegen zur frühen Roma-Führung ins Tor. Es war bereits der sechste Champions-League-Treffer in der laufenden Saison für den Bosnier - neuer persönlicher Rekord.

Für Barça war es erst der vierte Gegentreffer im laufenden Wettbewerb. Die Katalanen wirkten nach dem frühen 1:0 der Römer nervös und fahrig. Die Hausherren versuchten früh zu pressen, womit Barcelona auch einige Probleme hatte, das Spiel nach gut 25 Minuten aber immer besser in den Griff bekam. Mitten in diese Phase hinein hätte Roma-Angreifer Schick fast auf 2:0 gestellt. Völlig frei kam er aus sieben Metern zum Kopfball, setzte den Ball aber deutlich neben das Tor von ter Stegen. So blieb es in einer insgesamt zerfahrenen ersten Hälften beim 1:0 zur Pause.


Entfesselte Roma holt das Hinspielergebnis auf


In der zweiten Halbzeit brauchte die Roma gut elf Minuten, um in Fahrt zu kommen. Wieder war es ein tiefer Pass auf Dzeko, der den Ball vor Gerard Piqué gekonnt abschirmte. Der Barça-Abwehrchef wusste sich vor dem eigenen Tor nur mit einem Foulspiel zu helfen. Nach kurzem Zögern zeigte Schiedsrichter Clement Turpin auf den Punkt. 

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Die entscheidende Szene vor dem 2:0: Piqué (unten) foult Dzeko im Barça-Strafraum.


Kapitän De Rossi ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte den fälligen Strafstoß. Ter Stegen war zwar noch dran, der Schuss aber zu hart und platziert.

Die Sensation lag nun in der Luft - die Roma brauchte nur noch einen Treffer für ein mögliches Halbfinale. De Rossi verpasste einen Doppelpack in der 69. Minute nur knapp. Der Kopfball des 34-Jährigen rauschte aus kurzer Distanz am langen Pfosten vorbei. Die nächste Großchance folgte knapp zehn Minuten später: Der eingewechselte Stephan El Shaarawy scheiterte mit seiner Volleyabnahme am aufmerksamen Barça-Keeper ter Stegen.


Nach 82. Minuten war es dann so weit: Ausgerechnet Kostas Manolas verlängerte einen Eckball von Aleksandar Kolarov unhaltbar in die Maschen und brachte das Olimpico förmlich zum explodieren - 3:0 für die Roma. Nach De Rossi konnte auch der griechische Nationalspieler sein Eigentor aus dem Hinspiel wettmachen.

Plötzlich waren die Katalanen am Zug. Lionel Messi und Co. brauchten in den letzten sieben Minuten dringend einen Treffer um den sicher geglaubten Halbfinaleinzug doch noch zu schaffen. Die Mühen blieben aber vergeblich, die Sensation war perfekt.