DORTMUND, GERMANY - NOVEMBER 25:  Players of Schalke and Dortmund gesture during the Bundesliga match between Borussia Dortmund and FC Schalke 04 at Signal Iduna Park on November 25, 2017 in Dortmund, Germany.  (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Die BVB-Folgen nach dem Derby-Debakel gegen Schalke

Der 25. November 2017 ging in die Derby-Geschichte ein. Trotz einer 4:0-Halbzeitführung verließ Borussia Dortmund am Ende nicht als Sieger den Platz. 4:4 hieß es am Ende, die Weichen für die Entlassung des damaligen BVB-Trainers Peter Bosz wurden gestellt. Welche Lehren zog der BVB aus dieser gefühlten Niederlage?

1. Pragmatik

Der BVB spielte sich im Hinspiel in einen Rausch und feierte ein Offensiv-Feuerwerk. Die Defensiv-Arbeit schien egal zu sein. Nachdem Bosz beim BVB entlassen wurde, folgte mit Peter Stöger ein Pragmatiker, der weniger auf Spielkultur, sondern einzig auf das Resultat aus ist. Seit dem 4:4 erzielte die Borussia nicht mehr vier Tore in einem Spiel, sondern bemühte sich stets, das Ergebnis über die Runden zu bringen. Mal mehr, mal weniger erfolgreich.

2. Falsche Taktik

Nachdem sich der BVB in der zweiten Halbzeit ein Tor nach dem anderen fing, wechselte Peter Bosz lediglich defensiv ein. Für Yarmolenko kam Bartra, für Götze kam Castro, für Guerreiro kam Zagadou, sodass am Ende vier Innenverteidiger auf dem Feld standen. Den Ausgleich konnte aber auch das Überangebot an Defensiv-Spielern nicht verhindern. Unter Peter Stöger klappte dieses Verwalten meist besser, auch wenn Michael Zorc diesen "Beamten-Fußball" unterbinden wollte.

3. Zagadou sieht kein Land mehr

Seit dem Revierderby stand Dan-Axel Zagadou in der Bundesliga keine Sekunde mehr auf dem Platz. Seine unglückliche Figur, die er beim 3:4 und 4:4 machte, blieb wohl auch Neu-Coach Peter Stöger im Gedächtnis. Zu Beginn der Saison kam der junge Franzose noch auf eine beachtliche Anzahl von Einsätzen. Das Revierderby sorgte jedoch dafür, dass sich der Hüne von der Mannschaft entfernte. 

4. Ende der Bosz-Ära

Nachdem der BVB selbst ein Spiel, in dem er 4:0 führte, nicht gewinnen konnte, war für die Verantwortlichen klar: Peter Bosz muss gehen. Da man sich aber nicht die Blöße geben wollte, den Trainer nach einem Spiel gegen den Erzrivalen zu entlassen, wartete man noch zwei Wochen auf die Beurlaubung des Niederländers. Die gefühlte Pleite im Revierderby aber war ausschlaggebende für das Aus von Bosz.

5. Doppelbewachung für Naldo

Der Brasilianer wird nach Standards nun wohl doppelt und dreifach bewacht werden, sorgte er im Hinspiel in der Nachspielzeit durch einen Kopfball doch für den 4:4-Ausgleichstreffer. Zwar war die Kopfballstärke des Innenverteidigers auch schon vorher bekannt, doch nun haben die BVB-Spieler diese auch am eigenen Leib erfahren.

6. Taktikfuchs Tedesco

Der Schalke-Coach gänzt mit seinem Fachwissen derzeit nicht nur in den Eins Live O-Ton-Charts, sondern zeigte auch beim 4:4, dass er selbst nach einem 0:4-Rückstand noch Antworten parat hat. Der Jahresbeste der Fußball-Akademie hat ein großes taktisches Repertoire in der Hinterhand.

7. Individuelle Klasse der Schalker

Amine Harit avancierte im Hinspiel zum besten Schalker auf dem Platz und schaffte bei diesem Spiel endgültig den Durchbruch auf Schalke. Allerdings baute der Marokkaner auch wieder mächtig ab. Seit dem 20. Spieltag war an keinem Treffer mehr beteiligt. Dennoch sollten die Dortmunder den Wirbelwind nicht außer Acht lassen.