Es war die 87. Spielminute in der Partie zwischen Borussia Dortmund und dem VfB Stuttgart als Sergio Gomez für Marco Reus ins Spiel kam und sein Profi-Debüt feierte. Es war eher als symbolischer Akt gemeint​, als Lohn für die ordentliche Arbeit im Training. Doch der 17-Jährige wusste die drei Minuten auf dem Platz bestens für sich zu nutzen.


Zugegeben: wenn man beim Stande von 3:0 kurz vor Schluss in die Partie kommt, dann hat der Gegner das Spielen schon weitestgehend eingestellt. So auch der VfB Stuttgart bei seinem gestrigen Auftritt im Signal Iduna Park als Sergio Gomez sein Debüt im schwarz-gelben Trikot feierte. Und dennoch: der junge Spanier nutzte seine 180 Sekunden auf dem grünen Rasen, um Werbung in eigener Sache zu machen.



Gleich bei seinem zweiten Ballkontakt schlug er einen kongenialen Pass auf Teenie-Kollege Jadon Sancho. Perfekt getimed, in den Lauf, nicht zu stark, nicht zu schwach. Das Publikum, das sich bereits in der Sonne und dem bevorstehenden dreifachen Punktgewinn suhlte, horchte noch einmal auf und staunte ob dieses Geniestreiches ihre Jünglings.



Dass Sancho mit diesem Zuspiel nicht viel anzufangen wusste - geschenkt. Nur eine Minute später bekam der BVB noch einmal eine Ecke zugesprochen. Wie selbstverständlich schnappte sich Gomez das Spielgerät und schritt zur Eckfahne. Und was folgte, war nicht weniger als der beste Eckball, der seit langer Zeit von Borussia Dortmund geschlagen wurde. Der Revierklub ist seit Jahren denkbar ungefährlich nach ruhenden Bällen, doch der Eckstoß, der von dem 17-Jährigen in den Strafraum der Schwaben bugsiert wurde, fand mit Nuri Sahin nicht nur einen Abnehmer, sondern wurde von diesem beinahe noch zum 4:0 verwandelt. Nur haarscharf schrammte Gomez somit an seinem ersten Profi-Scorerpunkt vorbei.



Der Auftritt des Youngster macht Lust auf die Zukunft. Allerdings darf man diese drei Minuten jetzt auch nicht überbewerten. Gemeinsam mit Jadon Sancho und Alex Isak aber, könnte Sergio Gomez das magische BVB-Dreieck der Zukunft bilden.