Es war ein verrücktes Manchester-Derby im Etihad Stadium, nach dessen Ende Manchester United ​trotz einer schwachen Leistung in der ersten Halbzeit nach 90 Minuten mit 3:2 als Sieger vom Platz ging. Während Manchester City die Meisterfeier um eine Woche nach hinten verschieben muss, haben die Red Devils den zweiten Tabellenplatz nun fest im Blick. Viel wichtiger scheint jedoch, dass ausgerechnet Mittelfeldspieler Paul Pogba den Sieg über den Rivalen im zweiten Durchgang einleitete.


Es war eine Frage der Mentalität, als sich die Spieler von Manchester United kurz vor Wiederbeginn auf dem Rasen versammelten. Die Mannschaft von Jose Mourinho war in den ersten 45 Minuten gegen den druckvollen Tabellenführer Manchester City unterlegen und geriet nach den Toren von Vincent Kompany und Ilkay Gündogan mit 0:2 in Rückstand. 


Doch nach der Pause zeigten die Red Devils ein anderes Gesicht, bewiesen große Moral und versäumten der Mannschaft von Pep Guardiola mit drei Toren innerhalb von 16 Minuten die Meisterparty, die man vermutlich schon in der Halbzeitpause vorbereitet hatte. "In der Halbzeit habe ich meinen Mittelfeldspielern gesagt, dass sie nicht viel besser spielen können, als sie es getan haben. Es ist schwer gegen Manchester City zu spielen, weil sie wirklich gut pressen, kompakt stehen und ihr Übergang im Spiel sehr stark ist", wurde Mourinho im Anschluss an die Partie auf der vereinseigenen Website zitiert.

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       Jose Mourinho gewann zum ersten Mal seit Oktober 2016 ein Pflichtspiel gegen                                                          Trainer-Rivale Pep Guardiola


Nemanja Matic, Ander Herrera und Paul Pogba hätten ihre Leistungen aus dem ersten Durchgang kaum steigern können, stattdessen habe der Portugiese im Hinblick auf den Rest der Partie andere Akteure in die Pflicht genommen: "Ich habe mehr von meinen Innenverteidigern gefordert, vor allem dass sie mehr mit dem Ball spielen sollen, da sie damit in der ersten Halbzeit sehr wackelig waren und ihnen schlimme Fehler unterlaufen sind. Ich wollte außerdem mehr von meinen Flügelspielern. Ich wollte, dass sie nach innen ziehen und unseren Mittelfeldspielern mehr Lösungen anbieten."


Besonders zwei Spieler zeigten nach dem Seitenwechsel eine herausragende Leistung: Alexis Sanchez und Paul Pogba. Der Chilene, der im Winter von Arsenal London zu den Red Devils wechselte, bereitete zwei der drei Treffer vor, leitete zudem das Anschlusstor zum 1:2 ein. Pogba erzielte innerhalb von zwei Minuten den Ausgleich und lieferte Antworten auf die immer wiederkehrende Kritik der vergangenen Wochen.

"Es fühlt sich gut an, zwei Tore zu erzielen, aber um ehrlich zu sein ist es ein noch besseres Gefühl, Manchester City zu schlagen und sie in ihrem eigenen Stadion nicht gewinnen zu lassen", freute sich der Doppeltorschütze über den Sieg. Gleichzeitig sei er auch etwas betrübt, dass die Mannschaft nur selten ein solches Spiel abliefere, wie das in der zweiten Hälfte: "Würden wir solch eine Leistung über die ganze Saison bringen, würden wir meiner Meinung nach mit City um den Titel kämpfen, wenn nicht sogar knapp vor ihnen liegen." Daher müsse man in den kommenden Wochen "genau so weitermachen und weiter lernen."


Für den 25-Jährigen freute sich besonders sein Trainer: "Ich habe Paul nicht angewiesen, dass er sich verbessern soll, weil ich bereits mit dem zufrieden war, was er in der ersten Halbzeit gezeigt hat. Aber er hat zwei fantastische Tore erzielt und ich freue mich sehr für ihn." Mit den drei gewonnenen Punkten wolle man nun endgültig die Vizemeisterschaft anpeilen: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass uns der heutige Tag dabei geholfen hat, zweiter zu werden. Ich denke, das ist sehr wichtig. Wir sind vier Punkte vor Liverpool, haben ein Spiel weniger, und wir sind vier Punkte vor Tottenham. City muss gegen sie gewinnen, um den Titel zu holen. Unsere Herausforderung ist, die Saison als zweiter zu beenden."