Kein anderer Spieler verkörpert die veränderte Spielphilosophie beim ​Hamburger SV so eindrucksvoll wie Wirbelwind Tatsuya Ito. Während der Japaner unter Ex-Trainer Bernd Hollerbach zuletzt komplett außen vor war, blüht er unter dem neuen Trainer Christian Titz wieder richtig auf. Dabei kommt dem jungen Asiaten entgegen, dass die Hanseaten ​den Fokus wieder mehr auf die Offensive legen.​


Wie bereits beim ersten Heimspiel unter der Leitung des neuen Cheftrainers gegen Hertha BSC, durfte der 20-Jährige auch am Sonntag gegen den Tabellenzweiten aus Gelsenkirchen von Beginn an ran. Und der japanische U21-Nationalspieler rechtfertigte das in ihn investierte Vertrauen mit einer überragenden Leistung. Dabei war dem Linksfuß von Start weg anzumerken, dass er mit viel Selbstvertrauen in die Partie ging. Nachdem die ersten Aktion geglückt waren, spielte er sich in der Folge regelrecht in einen Rausch.

Seinen größten Moment hatte der 163 Zentimeter kleine Tempodribbler bei seiner Vorarbeit vor dem zwischenzeitlichen 2:1 der Hanseaten. Dabei ließ er seine Gegenspieler wie menschliche Slalomstangen stehen und hatte am Ende auch noch die Übersicht, um Lewis Holtby mustergültig in Szene zu setzen. Auch in weiteren spektakulären Eins-gegen-Eins-Situationen gelang es Ito, das Volksparkstadion zu elektrisieren.


Nach der Partie kamen seine Mitspieler aus dem Schwärmen kaum mehr heraus. Abwehrspieler Rick van Drongelen warf mit Superlativen um sich und kündigte an, seinen Teamkollegen, in Anlehnung an den Superstar vom FC Barcelona, in Zukunft nur noch "Lionel Ito" zu nennen. Zudem verriet er gegenüber der BILD, dass er dem jungen Linksaußen in der Halbzeit gesagt habe, dass die Schalker vor ihm Angst hätten. Ob sie wirklich Angst hatten ist nicht überliefert, Schalke-Coach Domenico Tedesco räumte nach der Partie aber ein: "Ito haben wir nicht greifen können. Der war überragend."

Einer der sich mit am meisten über die tolle Performance seines Teamkollegen freute war sein Landsmann und HSV-Kapitän Gotoku Sakai. "Es hat Spaß gemacht, Ito spielen zu sehen. Selbstvertrauen und Mut sind bei ihm zurückgekehrt. Er hat ein riesiges Spiel gemacht", wird der 27-Jährige von der Vereinsseite zitiert.