​Am gestrigen Freitagabend konnte sich Hannover 96 in einer engen Partie gegen den SV Werder Bremen mit 2:1 durchsetzen und hatte, nach zuvor fünf Niederlagen in Folge, endlich mal wieder Grund zum Feiern. Die Stimmung wurde jedoch dadurch getrübt, dass sich die Ultras von 96 weiterhin weigerten ihre Mannschaft lautstark zu unterstützen. 


Schon seit mehreren Monaten befinden sich weite Teile der Hannover-Anhänger und der Verein im Clinch. Die Vormachtstellung von Präsident Martin Kind bei den Niedersachsen stößt den Fans schon seit langem sauer auf und so entschieden sie sich schon vor einiger Zeit, die Unterstützung für die Mannschaft des Aufsteigers bei den Partien in der Bundesliga auf ein Minimum zu beschränken.

Eine Podiumsdiskussion mit der 96-Führung am Mittwochabend sollte eigentlich die Wogen glätten. Doch die Anhänger entschieden sich tags drauf bei einem großen Fantreffen mehrheitlich dazu, ​den Stimmungsboykott beizubehalten. Diese Entscheidung war nun auch bei dem Heimspiel gegen Werder deutlich zu spüren und so kam bei Manager Horst Heldt, trotz des wichtigen Erfolgs, nach der Partie keine große Freude auf.


Dabei hatte der 48-Jährige die Stimmungslage in Hannover offenbar falsch eingeschätzt. "Nach der Podiumsdiskussion gab es eine gewisse Euphorie. Ich bin schon enttäuscht", zeigte sich der Manager gegenüber sportbuzzer überrascht. Einige Anhänger hatten die Podiumsdiskussion im Vorfeld als eine Farce abgeurteilt. Diesen Vorwurf wollte Heldt so nicht stehen lassen: "Ich glaube nicht, dass es eine Farce war. Martin Kind und Uwe Krause haben sich sehr gut präsentiert. Natürlich bin ich enttäuscht, weil wir im Hintergrund viel dafür gearbeitet haben, dass das Treffen zustandekommt."

Die Leidtragenden der ganzen Situation sind die Spieler, die nach dem Erfolg gegen die Bremer liebend gerne gemeinsam mit ihren Fans gefeiert hätten. So bleibt die Situation jedoch weiterhin angespannt. Der Streik der Hannover-Anhänger soll mindestens bis zur Jahreshauptversammlung am 19. April andauern.