HANOVER, GERMANY - APRIL 06:  Team members of Bremen look dejected during the Bundesliga match between Hannover 96 and SV Werder Bremen at HDI-Arena on April 6, 2018 in Hanover, Germany.  (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

"Das war ganz, ganz schlecht von uns" - Die 7 Werder-Erkenntnisgewinne zur Niederlage in Hannover

Im Kampf um den Klassenerhalt hat Werder Bremen einen kleinen Dämpfer einstecken müssen. Bei Hannover 96 setzte es eine knappe 1:2-Niederlage. Der Abstieg ist somit weiterhin Thema an der Weser. Diese Erkenntnisgewinne brachte die Partie in Hannover:

1. Abstieg weiterhin Thema

"Wenn wir in Hannover gewinnen, wäre der Abstiegskampf vorbei", sagte Milos Veljkovic unter der Woche. Nun hat man in der HDI-Arena gar eine Niederlage hinnehmen müssen. Aktuell beträgt der Vorsprung auf die Gefahrenzone noch zehn Punkte, allerdings folgen die Partien der Mitstreiter erst noch, sodass der Abstand schrumpfen könnte. Das Abstiegsgespenst ist aus Bremen noch lange nicht vertrieben.

2. Zuhause hui, auswärts solala

Zuhause holten die Bremer vier Siege in Folge, auswärts allerdings tritt die Elf von Florian Kohfeldt meist viel zu ängstlich auf. Zwar verlor Werder in der Rückrunde lediglich drei Partien auf fremden Platz, allerdings waren die Niederlagen in Freiburg und Hannover unnötig. 

3. Erste Halbzeit verschlafen

Wieder einmal konnten die Grün-Weißen ihre Leistung nicht über die vollen 90 Minuten bringen: "Wir waren in der ersten Halbzeit einfach nicht gut", erklärte Theodor Gebre Selassie. "Wir haben die zweiten Bälle nicht bekommen, vorne keine Bälle gehalten und hinten viele Probleme gehabt. Nach der Pause waren wir besser, aber letztendlich nicht gut genug. Am Ende hatten wir sogar noch Chancen zu gewinnen, aber wir haben verdient verloren. Es war eher unsere schlechtere Performance als die gute Leistung von Hannover. Die Niederlage haben wir einzig und allein uns zuzuschreiben."

4. Falsche Mentalität

Kapitän Zlatko Junuzovic bemängelte neben dem spielerischen Auftritt seiner Mannschaft auch die falsche Mentalität, die an den Tag gelegt wurde: " Wir waren nicht präsent wie in den letzten Partien und sind zu spät aufgewacht. Wir haben Hannover zu viel Platz überlassen und sind häufig hinterhergelaufen. Wenn es spielerisch nicht läuft, müssen wir den Schalter umlegen und über Elemente wie Zweikampf und Laufbereitschaft ins Spiel finden. Wir müssen ja nicht in jedem Spiel glänzen. Nach dem Anschlusstreffer haben wir noch mal alles probiert, um das Ruder rumzureißen."

5. Hannover Effizienz als Genickbrecher

Die brutale Effizienz der Gastgeber war letztlich spielentscheidend. Hannover hatte nicht zwingend mehr Spielanteile, nutzte jedoch seine Chancen besser: " Wir müssen in der ersten Hälfte nicht zwingend 2:0 hinten liegen, aber Hannover macht aus zwei Chancen zwei Tore", resümierte Maxi Eggestein. "Im zweiten Durchgang hat dann die Leistung gestimmt, wir waren besser im Spiel, aber haben es zuvor verspielt, weil wir in der ersten Halbzeit nicht das auf den Platz gebracht haben, was wir uns vorgenommen hatten." Verteidiger Sebastian Langkamp war der gleichen Ansicht: " 96 war einfach gnadenlos effektiv in der ersten Halbzeit und wir haben unsere Möglichkeiten nicht genutzt. Meine Chance kurz vor Schluss war da nochmal das I-Tüpfelchen." 

6. Niederlage treibt den Schlendrian aus

Waren sich die Werder-Spieler schon zu sicher? Dies hatte zumindest in Halbzeit eins den Eindruck. Durch die Niederlage wurden die Akteure wieder ein wenig geerdet, sodass sie in den kommenden Wochen wieder den Fokus auf die richtige Einstellung legen können: "Die heutige Niederlage war ein kleiner Dämpfer, der noch mal den Fokus auf die letzten Spiele geschärft hat", betonte Kapitän Junuzovic. "Jeder von uns muss vor Augen haben, dass wir auch in den letzten Spielen mit voller Kraft agieren müssen.“ 

7. Rotation war nicht ausschlaggebend

Florian Kohfeldt musste seine Viererkette auf zwei Positionen ändern. Ludwig Augustinsson und Niklas Moisander fielen aus, Marco Friedl und Sebastian Langkamp rückten nach. An der Rotation lag es laut Ansicht der Kollegen aber nicht: " Niklas und Ludde sind wichtige Spieler, aber wir haben in den letzten Wochen immer wieder gezeigt, dass wir diese Ausfälle auffangen können", erklärte Veljkovic.  "Heute haben wir als Team die erste Halbzeit verschlafen, da brauchen wir einzelnen Spielern keinen Vorwurf machen." Sportchef Frank Baumann war der gleichen Meinung: "Es lag nicht an der Rotation in der Defensive, dass wir verloren haben. Das war nicht der ausschlaggebende Grund."