Vor dem Spiel in Augsburg sieht Bayern-Coach Jupp Heynckes den sechsten Meistertitel in Serie als "großartigen Erfolg". Ausgelassen feiern will er diesen aber nicht. Die Konzentration liegt auf den kommenden Aufgaben in Champions League und Pokal - die Triple-Wiederholung ist möglich. Der 72-Jährige schwärmt auf der Pressekonferenz außerdem vom "besonderen Verhältnis" zu Franck Ribery.


​Der FC Bayern kann am Samstag beim FC Augsburg (15.30 Uhr) das erste Saisonziel abhaken und mit einem Sieg zum sechsten Mal in Folge deutscher Meister werden. Sollte der Rekordmeister beim FCA widererwartend nicht gewinnen, wäre der Titel dennoch sicher, falls Schalke im Topspiel am Abend beim HSV nicht erfolgreich ist.


Große Jubelarien sind aber nicht geplant. Zu souverän führt der FC Bayern die Bundesliga an und zu konzentriert ist die Heynckes-Truppe auf die weiteren Ziele in der Champions League und im DFB-Pokal. "Sollten wir morgen Meister werden, dann wird es keine große Feier geben. Vielleicht ein Glas Champagner, aber dann konzentrieren wir uns auch wieder auf die nächsten Aufgaben", erklärte der Bayern-Coach auf der Pressekonferenz am Freitag.


Längst liegt an der Säbener Straße der Fokus auf den Pokalwettbewerben. Unter Heynckes scheint sogar der Triple-Erfolg von 2013 wiederholbar. Ganz emotionslos will der 72-Jährige die 28. Meisterschaft aber nicht hinnehmen: "Natürlich kann ich genießen und feiern, aber die Arbeit ist noch nicht getan. Ich hoffe, dass wir noch einige Aufgaben vor uns haben. Und diese werden wahnsinnig schwer! Zum Fußball gehört aber auch Spaß. Man muss Freude haben an dem, was man tut", so Heynckes.

Der Titel sei auch wegen der "sehr guten Reaktion" des Teams nach dem Trainerwechsel "ein großartiger Erfolg". Deshalb will Heynckes auch, dass Manuel Neuer und die weiteren verletzten Spieler in Augsburg bei der Mannschaft dabei sind. Dazu zählt neben Arturo Vidal, nachdem dessen Knieverletzung in Sevilla erneut aufgebrochen war, auch weiterhin David Alaba. Der Österreicher sei nach Rückenbeschwerden "noch nicht so weit", bestätigte Heynckes. "Auch Corentin Tolisso ist fraglich, da warten wir das Training heute ab", meinte der Bayern-Coach.

Juan Bernat dürfte dagegen rechtzeitig wieder fit sein. Der Spanier ersetzte in Sevilla David Alaba auf der linken Abwehrseite und musste nach einer ganz schwachen Vorstellung zur Pause in der Kabine bleiben. Bernat hatte sich eine Fleischwunde oberhalb des Sprunggelenks zugezogen. "Er hat gut trainiert und da schauen wir heute, wie er sich im Training macht. Ich gehe davon aus, dass er dabei sein wird in Augsburg", sagte Heynckes.

Mit von der Partie wird auch wieder Altmeister Franck Ribery sein. Der ​Matchwinner von Sevilla scheint rechtzeitig zum Saisonendspurt wieder in Topform zu sein. Im Pressegespräch gab Heynckes Einblicke in seine Beziehung zum 34-jährigen Franzosen: "Ich habe von Beginn an ein besonderes Verhältnis zu Franck entwickelt. Ich weiß, wie er tickt und wie ich ihn behandeln muss. Es besteht ein gegenseitiges Vertrauen. Seitdem ich wieder hier bin, ist er motiviert wie selten. Und das Ergebnis sieht man gerade."

​​Noch nicht abzusehen ist dagegen Riberys Zukunft. Im Sommer läuft sein Vertrag aus. Es bleibt weiter unklar, ob die Bayern den Kontrakt verlängern wollen - und ​ob der Franzose das auch will. Der ist angeblich enttäuscht über das Zögern der Verantwortlichen und soll mittlerweile zwei ernsthafte Anfragen anderer Klubs auf dem Tisch liegen haben.