​Die Verantwortlichen des FC Bayern München wollen bis Ende April einen Nachfolger für Jupp Heynckes präsentieren. In den Medien machten zuletzt zahlreiche Namen die Runde. Neben Lucien Favre (OGC Nizza) und Ralph Hasenhüttl (RB Leipzig) wurde auch Frankfurts Cheftrainer Niko Kovac als heißer Kandidat gehandelt. Der 46-Jährige schloss ​einen Wechsel nach München kürzlich allerdings aus. Ex-Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld hält seinen ehemaligen Spieler für eine passende Alternative. 


Im ​Interview mit der Abendzeitung zeigte Hitzfeld Verständnis dafür, dass die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters lange Zeit versucht haben, Heynckes von einem Verbleib zu überzeugen. "Es ist fantastisch, was er geleistet und so das ganze Umfeld und den Verein sofort beruhigt hat. Um so einen Trainer muss man natürlich kämpfen", betonte der 69-Jährige. Die Entscheidung von Heynckes müsse man jedoch auch respektieren. Hitzfeld saß insgesamt siebeneinhalb Jahre lang beim FC Bayern auf der Trainerbank und weiß daher genau, welche Anforderungen der neue Übungsleiter erfüllen muss. 

"Wenn man so eine Mannschaft führt, ist es wichtig, dass der Trainer eine starke Persönlichkeit hat – und authentisch ist. Man muss eine hervorragende Mannschaftsführung haben, auch Psychologe sein", erklärte der Trainer-Altmeister. "Man muss ja mit sehr vielen Stars arbeiten und die alle unter einen Hut bringen. Um das zu schaffen, benötigt man eine gewisse Erfahrung, das Taktische und Spielerische können viele Trainer."


Kovac, der beim FC Bayern zwei Jahre lang (2001 bis 2003) unter Hitzfeld spielte, ist aus der Sicht des 69-Jährigen ein passender Kandidat, "weil er in Salzburg und bei der kroatischen Nationalmannschaft, die auch nicht einfach zu führen ist, schon sehr gute Arbeit geleistet hat". Dass Eintracht Frankfurt in der kommenden Saison voraussichtlich im internationalen Geschäft vertreten sein wird, sei in erster Linie "sein Verdienst". 

FUSSBALL: 1. BL 01/02, TRAINING, FC BAYERN MUENCHEN

Niko Kovac (l.) und Ottmar Hitzfeld kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit beim FCB



"Außerdem war er Bayern-Spieler, weiß wie der Klub tickt und funktioniert", sagte Hitzfeld. "Und er ist eine starke Persönlichkeit, die eine klare Meinung und eine offene und ehrliche Kommunikation hat." Für Kovac sei jeder Spieler gleich wichtig. "Er kann die Mannschaft hervorragend motivieren und mitreißen", gab der ehemalige Bayern-Trainer zu Protokoll. Der 69-Jährige ist sich sicher, dass die Bayern "keine Probleme haben, einen guten Trainer zu finden". Für jeden Trainer sei es eine Riesenchance, bei einem Weltverein wie dem FC Bayern arbeiten zu können.