Die bisherige Rückrunde läuft für Leon Goretzka alles andere als optimal. Der 23-Jährige, der zum Ende des Jahres verletzungsbedingt pausieren musste, machte in den vergangenen Wochen vor allem durch seine ungewohnt schwachen Auftritte auf sich aufmerksam. Nach viel Kritik erhielt der Nationalspieler jetzt jedoch ein Lob von seinem Trainer, der auf der Pressekonferenz am Donnerstag einen Erklärungsansatz für die Formschwäche seines Spielers lieferte.

Im Sommer wechselt Leon Goretzka zum FC Bayern München, dies steht bereits seit Monaten fest. Bis dahin wollte sich der zentrale Mittelfeldspieler, der 2013 vom VfL Bochum nach Gelsenkirchen wechselte, vor allem durch gute Leistungen auf dem Platz einen positiven Abschied vom FC Schalke 04 bereiten. 


Gelingen sollte ihm dies bislang jedoch nicht: Nach einer Stressreaktion im Knochen, die ihn von Dezember bis Mitte Januar außer Gefecht setzte, sammelte der Bald-Münchner zwar neun Einsätze in der Bundesliga, doch seine Leistungen blieben überschaubar.

In den Medien machten sich in den vergangenen Wochen vermehrt kritische Stimmen über Goretzka breit. Der 14-fache Nationalspieler sei "ein gutes Stück von seiner Bestform entfernt", urteilte etwa reviersport nach Schalkes 2:0-Heimsieg über den SC Freiburg. Trotz drei Torvorlagen in vier Spielen fehle es ihm am Offensivdrang, den man in der Vergangenheit eher von ihm gewohnt war.

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       Auf der Suche nach der Bestform: Leon Goretzka hat schon über die gesamte                                                   Rückrunde mit einem Formtief zu kämpfen

​Nachdem Goretzka in der jüngeren Vergangenheit auch im Training immer wieder mit einigen Problemen zu kämpfen hatte, war Trainer Domenico Tedesco auf der Pressekonferenz vor der Auswärtspartie beim Hamburger SV am Samstag (18.30 Uhr) voll des Lobes für den Mittelfeldspieler: "Diese Woche war seine beste Trainingswoche in der Rückrunde", so der 32-Jährige, der laut buzz04.de sein mögliches Spielsystem als Hemmung für Goretzkas Leistungen nennt: 


"Auf der 'Acht' fühlt er sich wohler, definitiv, aber zuletzt hat Franco Di Santo aus diversen Gründen auf der 'Zehn' gespielt, wodurch Leon defensiver gespielt hat, sozusagen auf der 'Sechs', wo er auch andere Aufgaben hat. Vielleicht hat er deswegen auch unauffälliger oder weniger torgefährlich agiert."

​Diese Rolle sei für Goretzka momentan "neu", doch nach Ansicht des Trainers mache er seine Sachen "gut." Nun gehe es noch um die Feinjustierung: "D
as Ziel ist, dass er nun auch auf diese Position torgefährlicher wird. Von der Intensität her war diese Trainingswoche am besten von ihm in diesem Jahr."

​Diese Erkenntnis dürfte auch für Goretzkas kommenden Arbeitgeber nicht völlig bedeutungslos sein. Sollte es der Spieler in den kommenden Wochen unter Tedesco schaffen, sich auch in seiner neuen Rolle seine gewohnte Torgefahr anzueignen, dürfte es nicht entscheidend sein, ob er in München in einer defensiveren oder offensiveren Position im Mittelfeld spielt. Falls das Projekt 'Sechser' allerdings nicht aufgehen sollte, dürfte beim Rekordmeister klar sein, dass Goretzka nur bedingt ein Fall für die hintere Position in der Zentrale ist. Will man die Torgefahr weiterhin oben halten, dann käme eher die Rolle als 'Achter' infrage. Doch egal wo: Groß ist die Konkurrenz in München ohnehin.