Vor dem Hinspiel im Europa-League-Viertelfinale gegen Olympique Marseille muss Ralph Hasenhüttl schwierige Entscheidungen treffen. Um die vakanten Positionen im Leipziger Mittelfeld streiten sich jeweils drei RB-Spieler. In der Innenverteidigung ist die Personallage dagegen klar: Für den Gelb-gesperrten Kapitän Willi Obran spielt der 18-Jähirge Ibrahima Konaté.


​RB Leipzig empfängt am Donnerstagabend (21.05 Uhr) mit Olympique Marseille den Tabellendritten der Ligue 1 zum Hinspiel des Europa-League-Viertelfinals. Während der Gast aus der französischen Hafenstadt gleich auf vier Stammkräfte verzichten muss, hat RB-Coach Ralf Hasenhüttl "auf einigen Positionen die Qual der Wahl". Aus der Stammelf der vergangenen Wochen fehlt nur Kapitän Willi Orban Gelb-gesperrt. Für ihn dürfte Ibrahima Konaté in die Innenverteidigung rücken und zusammen mit Dayot Upamecano ein Youngster-Duo gegen ihre Landsleute bilden.

​Auf zwei anderen Positionen ist die Besetzung nicht so klar. "Auf der Zehn mit Bruma, Sabitzer und Forsberg. Auf der Sechs mit Kampl, Keita und Demme" muss Hasenhüttl jeweils aus zwei von drei Kandidaten wählen. "Schwierige Entscheidungen", so der 50-Jährige auf der Pressekonferenz am Mittwoch. Das sei aber gut so, "denn wir haben am Montag schon das nächste wichtige Spiel vor uns. Es hilft enorm, wenn wir da rotieren können", meinte Hasenhüttl. Anfang kommender Woche (20.30 Uhr) trifft RB in der Bundesliga mit Bayer Leverkusen auf einen direkten Konkurrenten um einen Champions-League-Platz.

Zunächst gelte die Konzentration aber voll und ganz dem "leider" starken Gegner aus Marseille. Bei den Südfranzosen fehlt neben Torhüter Steve Mandanda und den Stamm-Innenverteidigern Adil Rami und Rolando auch Top-Scorer Florian Thauvin. Der 25-jährige Außenstürmer traf in der Ligue 1 bereits 16-mal und bereitete elf weitere Tore vor. Dennoch habe Hasenhüttl in der Videoanalyse erkannt, dass Marseille vor allem von ihren Automatismen lebe, die auch ohne die fehlenden Spieler funktionieren. 


Mit Dimitri Payet, Valère Germain und Co. ist Marseille in der Offensive gefährlich besetzt. Im zentralen Mittelfeld zieht Ex-Bundesligaspieler Luiz Gustavo die Fäden. Der spanische Trainer Rudi Garcia schiebt aber Europa-Neuling Leipzig die Favoritenrolle zu: "Wir sind Außenseiter. In der Geschichte der beiden Vereine wäre OM eher Favorit, aber man sollte nicht vergessen, dass Leipzig am Anfang dieser Saison in der Champions League gespielt hat - nicht in der Europa League."