Vor dem Duell mit dem BVB nimmt VfB-Coach Tayfun Korkut seinen Trainer-Kollegen Peter Stöger in Schutz. Er empfinde die Kritik am Österreicher als ungerecht und verweist auf Dortmunds Ergebnisse vor der bitteren Bayern-Pleite. Am kommenden Sonntag sieht er dennoch gute Chancen Stuttgarts eigene Serie fortzuführen.


​Katerstimmung beim BVB: Nach der bitteren 0:6-Packung im Spitzenspiel gegen den FC Bayern wurde deutlich, wie groß der Abstand zum Rekordmeister in dieser Saison tatsächlich ist. In Dortmund soll ab der kommenden Saison ein Neuanfang her. Mit der Rückkehr von Matthias Sammer und Sebastian Kehl sind in der Führungsebene bereits personelle Konsequenzen gezogen worden. Größere Umbaumaßnahmen im Kader werden wohl folgen.


Die wichtigste Personalie dürfte der neue Trainer sein. Der Abgang von Peter Stöger gilt als beschlossen. Bis zum Sommer soll unter dem Österreicher irgendwie zumindest der Champions-League-Rang gesichert werden, um nach der WM wieder neu angreifen zu können. Die ​Ausgangslage für das Mindestziel bleibt trotz der Abfuhr vom vergangenen Samstag gut. Drei Punkte beträgt der Vorsprung auf Leverkusen auf dem fünften Platz.

Ein Ruhepolster ist das aber nicht, zumal am Sonntag mit dem VfB Stuttgart eine Mannschaft zu Gast ist (15.30 Uhr), die unter dem neuen Trainer Tayfun Korkut einen Lauf hat. Seit acht Spielen sitzt der 44-Jährige auf der VfB-Bank, fünf Siege und drei Remis holten die Schwaben seither. Anfangs als "Erfolglos-Trainer" verschrien, hat Korkut den VfB von der Abstiegsregion in Reichweite der Europa League geführt.


Korkut findet Stimmung gegen Stöger "ungerecht"


Trotz der aktuellen Serie kennt der gebürtige Stuttgarter die andere Seite des Trainergeschäfts nur all zu gut. In Hannover, Kaiserslautern und Leverkusen konnte Korkut die Erwartungen nicht erfüllen. Vor dem Duell mit dem BVB bricht er deshalb eine Lanze für seinen Dortmunder Kollegen: "Die Stimmung gegenüber Peter Stöger ist nicht gerecht. Ein 0:6 kann mal passieren. Man darf nicht vergessen, dass er mit Dortmund vor dem Bayern-Spiel in der Liga zwölf Spiele ungeschlagen war. Trotzdem hing schon vor dem Auftritt bei Bayern eine negative Wolke über allem. Es ist nicht alles so schlecht, wie es jetzt gemacht wird", so Korkut zur Bild

Rücksicht will er am Sonntag aber nicht nehmen. Mit dem ersten Sieg in Dortmund seit neun Jahren könnte der VfB die magische 40-Punkte-Marke knacken und die Lage beim BVB womöglich zum (Über-)Kochen bringen. Korkut sieht durchaus Chancen für sein Team: "Es geht in jedem Spiel was. Wir sind so weit, dass wir absolut konkurrenzfähig sind. Das haben wir schon gezeigt", gibt er sich selbstbewusst. Für Sport-Vorstand Michael Reschke kann der VfB befreit aufspielen: "Dortmund wird eine wunderbare Aufgabe für unsere Mannschaft. Erstens, weil sie einen Herausforderungs-Charakter hat. Und zweitens, weil wir mit 38 Punkten im Rücken nicht mehr den großen Klassenerhalts-Druck haben. Unsere Mannschaft soll mit Freude ins Spiel gehen", fordert er.