Oliver Kahn hat einen überraschenden Wunschkandidaten auf der Bayern-Bank. Nach dem Münchener 2:1-Sieg im Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse in Sevilla spricht die Torhüter-Legende von Real-Coach Zinedine Zidane. Der wäre der optimale Heynckes-Nachfolger. Bei einem Ex-Bayern-Spieler ist er skeptisch.


Die Nachfolge von Jupp Heynckes als Trainer des FC Bayern - sie bleibt weiter offen und damit heiß diskutiert. Lothar Matthäus rechnet fest mit der Verpflichtung vom Ex-FCB-Spieler und derzeitigem Frankfurt-Coach Niko Kovac. Der hat sich allerdings ​deutlich zur Eintracht bekannt. Thomas Tuchel hatte zuvor bereits abgesagt und soll bei einem anderen Topklub im Wort stehen, bei Lucien Favre überwiegen wohl die Zweifel, gerade bei Uli Hoeneß. Der Schweizer scheint eher ein Kandidat für den BVB zu sein.


Viele potenzielle Trainer bleiben für den Rekordmeister damit nicht mehr übrig. Zumal Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge vor der 6:0-Demontage von Borussia Dortmund am vergangenen Samstag wiederholt betonte, der neue Mann an der Seitenlinie müsse deutsch sprechen.


Die Bayern brauchen einen Zidane


Das tut Oliver Kahns Wunschkandidat nicht. Dennoch findet Bayerns Torhüter-Legende ihn "sensationell". Die Rede ist von Zinedine Zidane. Der Franzose sammelte als Spielmacher unzählige Titel mit den Königlichen und setzt diese Erfolgsstory seit Anfang 2016 auch als Chefcoach in Madrid fort. Acht Trophäen in knapp zweieinhalb Jahren gewann Real unter dem 45-Jährigen. Am 26. Mai könnte in Kiew Nummer neun dazu kommen - es wäre der Titel-Hattrick in der Champions League.


"Zidane wäre sicher eine Überlegung wert. Ein Trainer der vom Anforderungsprofil perfekt zu Bayern passt", meinte Kahn nach dem Hinspiel der Bayern im Champions-League-Viertelfinale in Sevilla am ZDF-Mikrofon. "Die Frage ist, was kann er besonders gut? Er kann ein Star-Ensemble moderieren. Er selbst war ein absoluter Weltstar. Vielen ehemaligen großen Spielern traut man gar nicht zu, später auch Trainer mit einer solchen Qualität sein zu können. Aber er kann es!", schwärmte Kahn.

Zidane versuche, den Fußball nicht neu zu erfinden. "Er presst der Mannschaft keine Systeme auf, sondern justiert nur ganz fein. Die Spieler überzeugt er mit seiner Ansprache - die leisten seit Jahren Unglaubliches", erklärte der 48-Jährige Zidanes große Qualität. "Und deutsch wird er lernen können“, fügte Kahn hinzu.

Kahn bei Kovac skeptisch


Neben den fehlenden Deutschkenntnissen wäre Zidanes Vertrag bis 2020 das größte Hindernis. Angesichts der guten Beziehungen zwischen den Klubs kaum vorstellbar, dass sich die Bayern ernsthaft um die Real-Legende bemühen. Das weiß auch Kahn - und wollte seine Äußerungen deshalb nicht als Forderungen verstehen wissen, sondern eher als Abbild des perfekten Kandidaten. So wie Zidane soll er in etwa sein, der neue Bayern-Mann.


Niko Kovac wäre das für ihn nicht. "Man erkennt die Tendenz, Leute zu integrieren, die den Verein kennen. Da ist er interessant, aber er ist völlig unerfahren, was so ein Star-Ensemble angeht, internationale Erfahrung, Champions League...", zweifelte der Titan. Das war Zidane allerdings auch, als er im Januar 2016 seinen Posten als Cheftrainer antrat.