​Juan Bernat wurde in der Partie gegen den FC Sevilla zur Halbzeit von Jupp Heynckes ausgewechselt. Wie der Trainer-Routinier danach im Interview klarstellte, klagte der Spanier über Schmerzen, wurde also nicht aus leistungstechnischen Gründen durch Rafinha ersetzt. Nach der Auswechslung wirkte Rafinha auf seiner eigentlich schwächeren linken Seite als belebendes Element. Zudem sah Bernat beim Gegentor der Münchner nicht allzu gut aus. Das Engagement des Spaniers in der bayrischen Landeshauptstadt könnte sich so bald dem Ende zuneigen.


Eine Fleischwunde oberhalb des Knöchels verhinderte weitere Einsatzminuten von Juan Bernat in seinem Heimatland. Zur Pause stand es 1:1 zwischen dem aktuellen Siebten der spanischen Liga und dem deutschen Liga-Primus. Das war der offizielle Grund für die Auswechslung. Bei Sport1 fügte der Triple-Trainer allerdings hinzu: "Er hat das erste Mal nach langer Zeit wieder gespielt und war nicht so sicher. Da hat man gemerkt, dass der Gegner das ausnutzt." Bernat war also die Schwachstelle einer Bayern-Mannschaft, die beinahe auf jeder Position weltklasse besetzt ist. 


Somit würde es nicht überraschen, wenn es im Sommer zum Abschied des 25-Jährigen kommen würde. Der Vertrag von Bernat läuft noch bis zum 30. Juni 2019. Bisher scheint es keine Anzeichen für eine baldige Vertragsverlängerung zu geben. Für einen Abschied des Spaniers sprechen verschiedene Dinge.

FC Bayern Muenchen v FC Augsburg - Bundesliga

Überstarke Konkurrenz: An David Alaba kam Juan Bernat nie vorbei.



1. Die Position

Linksverteidiger haben es beim FC Bayern derzeit ohnehin schwer, denn sie müssen an David Alaba vorbei, der auf dieser Position gesetzt ist, sobald er sich in Topform befindet. Erst wenn der Österreicher auf seiner Lieblingsposition im Mittelfeld ran dürfte, wäre Platz auf der linken Abwehrseite da. Ansonsten wird Bernat über die Rolle des Back-Ups nie hinauskommen und schaffte dies nur, als sich Alaba verletzte. 


2. Die Leistungen

Bernat hat schon einige gute Partien im Dress des FC Bayern hinter sich, doch gilt der Spanier als introvertiert und ruhig. In das Offensivspiel bringt er sich seltener ein, als es beispielsweise ein David Alaba tut. Er setzt offensiv nicht die großen Akzente, ist kein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann. Unter Guardiola absolvierte Bernat in der Saison 2014/15 noch 47 Partien, in den Saisons darauf waren es 27, 25 und in der aktuellen Saison bislang acht. Kaum vorstellbar, dass ein neuer Trainer Bernat als Stammspieler sieht.

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Bernat galt bei seiner Verpflichtung als typischer Guardiola-Spieler. 



3. Verletzungen

Top-Leistungen konnte Bernat in letzter Zeit auch nicht abrufen, weil er nie 100%ig fit war. 39 Pflichtspiele hat Bernat seit seiner Ankunft in München aufgrund von Verletzungen verpasst. 39 Partien, in denen er sein Potenzial noch mehr andeuten hätte können. Immer wieder wird er von muskulären Problemen heimgesucht. Wie lange Bernat diesmal ausfällt und dadurch zurück geworfen wird, bleibt abzuwarten.


Bernat gewann in München drei deutsche Meisterschaften, ein Mal den DFB-Pokal, sowie zwei Mal den DFL-Supercup. Momentan spricht einiges dafür, dass er am Ende der aktuellen Saison seine letzten Trophäe(n) im Bayern-Trikot gewinnt.