Der SV Werder Bremen rüstet sich derzeit für die Zukunft. Nach der Vertragsverlängerung von Cheftrainer Florian Kohfeldt​ steht auch eine weitere Zusammenarbeit mit Sportchef Frank Baumann im Raum, der seinen Kontrakt offenbar nach dem Ende der aktuellen Saison verlängern soll. Gemeinsam sollen sie die festen Säulen im Verein werden und ihren Blick in eine einzige Richtung richten: Nach vorne.

Regelmäßige Trainerwechsel, wie es in der Vergangenheit bei Vereinen wie dem Hamburger SV oder Werder Bremen fast schon zur Normalität wurden, schaden dem Klub in der Regel auf allen Ebenen - dessen ist sich Frank Baumann bewusst: "Ich hatte zwei Klubs in meiner Spielerkarriere: In Nürnberg hatte ich in viereinhalb Jahren neun Trainer, drei Manager und in Bremen hatte ich in zehn Jahren einen Trainer und einen Manager. Ich habe selbst erlebt, was häufige Trainerwechsel mit einem Verein machen", sagte der 42-Jährige, der insgesamt 360 Mal für Werder auf dem Platz stand, auf der heutigen Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Hannover 96.

​Demzufolge sei es sein "größter Wunsch", wieder langfristige und kontinuierliche Strukturen aufbauen zu können, wie es zu seiner Zeit beispielsweise mit Thomas Schaaf als Trainer und Klaus Allofs als Sportlicher Leiter der Fall war. Wer gemeinsam mit ihm in Zukunft die Geschicke leiten soll, steht für ihn schon fest: Florian Kohfeldt. "
Ich bin sehr optimistisch, dass wir den Weg, den wir angefangen haben, kontinuierlich fortsetzen können", so Baumann, der den Vertrag des 35-jährigen Cheftrainers bewusst bis 2021 datierte. "Das ist ein guter Zeitraum, um anzufangen etwas aufzubauen", befand er.

"Als es im Herbst alles andere als gut lief, sind wir weiter in die Öffentlichkeit gegangen, um zu sagen: 'Wir wollen in den nächsten Jahren einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.' Das werden wir nach wie vor versuchen, umzusetzen", führte Baumann fort, der in diesem Punkt Unterstützung von Kohfeldt erhielt: "Wir sollten in den nächsten Jahren nicht nur darüber nachdenken, die Klasse zu halten, sondern deutlich erfolgreicher zu sein."

​Weiterentwicklung der Mannschaft und Ausbau der Jugendabteilung im Vordergrund


​​​Einfach sei dieses Vorhaben jedoch nicht: "Die Bundesliga ist nach wie vor ein harter Wettbewerb. Wir haben nicht die finanziellen Möglichkeiten, um uns dadurch von anderen Klubs abzusetzen. Deshalb geht es darum, die richtige Strategie und Konzepte zu haben und tagtäglich hart daran zu arbeiten, dass wir eben vieles besser machen als die Konkurrenz", so Baumann.

Der Sportchef der im Herbst noch abstiegsbedrohten Bremer schätzt Kohfeldt, der unlängst erklärte, die Zusammenarbeit mit Baumann sei einer der Hauptgründe für seinen Verbleib. Beide hätten "in allen Punkten die gleiche Meinung, für was Werder stehen sollte - auf dem Platz und auch darüber hinaus", so Baumann. Im Anschluss verriet der Trainer sein Vorhaben für die Zukunft: "Basierend auf der Qualität der Spieler, die wir haben, eine Mentalität entwickeln, dass wir unbedingt Spiele gewinnen wollen. Daran wollen wir weiter arbeiten."​​

Gelten solle dies jedoch auch für die Nachwuchsabteilung: "Das sollte sich auch auf den Gesamtverein übertragen. Die Maxi Eggesteins sollten nicht die Ausnahme sein, sondern die Regel werden." Im Mai vergangenen Jahres betrug das Durchschnittsalter des Werder-Kaders noch 26,5 Jahre, womit der Verein auf Platz 15 der Alters-Tabelle rangierte. Mittlerweile konnte der Wert auf 25,9 gesenkt werden, doch wenn es nach Kohfeldt geht, dürfte eine weitere Verjüngung des Kaders nicht schaden.