​Mario Götze steht derzeit für die Krise von Borussia Dortmund, wie kaum ein anderer Spieler. Der Siegtorschütze zum WM-Titel hat mittlerweile selbst seinen Platz in der Nationalmannschaft eingebüßt und findet einfach nicht zur Form vergangener Tage. Sein Boss Hans-Joachim Watzke hält die schützende Hand vor seinen Sprössling und begibt sich auf Ursachenforschung.


"Mario hat möglicherweise das große Problem, und das haben alle Spieler, die in jungen Jahren so viel Erfolg hatten, mit der Außenwirkung klarzukommen. Es ist ja auffällig, was mit denen, die in einem WM-Finale das entscheidende Tor geschossen haben, passiert ist", erklärte Watzke in einem Interview mit der WAZ. "Helmut Rahn 1954. Gerd Müller 1974. Andy Brehme 1990. Und Mario Götze 2014." 



Der Fluch des Siegtorschützen? Weder Helmut Rahn, noch Andy Brehme legten im Anschluss eine Weltkarriere hin. Selbst der "Bomber der Nation" zog sich nach der WM 1974 aus dem DFB-Team zurück. 


Götze scheint diesem Vorbild zu folgen. Für Watzke ist klar, dass sich der 25-Jährige "selbst zu viel Druck auferlegt": "In jungen Jahren hat er — wie in einem Beschleuniger — alles sehr früh erlebt. Alle messen ihn an seiner Zeit mit 20, als er jung und unbeschwert und ohne Druck gespielt hat."


In dieser Saison stand der Mittelfeldmann in 28 Pflichtspielen auf dem Platz. Lediglich acht Torbeteiligungen (2 Treffer, 6 Assists) gelangen Götze dabei. In Dortmund gibt man dem verlorenen Sohn Zeit. Durch seine Stoffwechselerkrankung genießt Götze bei den Verantwortlichen Welpenschutz: "Er hatte schwere gesundheitliche Probleme. Mit ihm muss man anders umgehen als mit anderen Spielern."