​Im vergangenen Sommer ging beim FC Bayern München eine Ära zu Ende. Weltmeister Philipp Lahm beendete im Alter von 33 Jahren seine beeindruckende Karriere. Als Nachfolger wurde Joshua Kimmich auserkoren. In den vergangenen Monaten wusste der Nationalspieler als Rechtsverteidiger vollends zu überzeugen und ließ Lahm fast in Vergessenheit geraten. Als "Klon" des ehemaligen Kapitäns will der 23-Jährige allerdings nicht gesehen werden.


Im Sommer 2015 wechselte Kimmich vom VfB Stuttgart zum FC Bayern. In den beiden Spielzeiten zuvor lief der Rechtsfuß für RB Leipzig auf. Im Interview mit dem Guardian erklärte der Nationalspieler, dass Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola ihn unbedingt verpflichten wollte. "Ich konnte das damals nicht wirklich glauben", sagte Kimmich. "Die Bayern können sich fast jeden Spieler kaufen. Für mich war es kaum vorstellbar, dass Guardiola mich haben wollte." Der spanische Übungsleiter habe ihm in vielen Bereichen sehr weitergeholfen. "Ich habe mich sehr verbessert", betonte Kimmich. "Wenn Pep etwas bemerkt hat, sprach er es umgehend an."

Unter Guardiola-Nachfolger Carlo Ancelotti machte der 23-Jährige seine bislang schwerste Phase beim FC Bayern durch. In den ersten Wochen unter dem Italiener fand sich Kimmich noch regelmäßig in der Anfangsformation wieder. Im weiteren Saisonverlauf gingen die Einsatzzeiten jedoch merklich zurück und der Ex-Stuttgarter kam häufig nur noch als Einwechselspieler zum Zug. In dieser Zeit stellte sich der Rechtsfuß häufig die Frage, wie er sich verbessern kann, um wieder mehr Spielzeit zu erhalten. "Ich trainierte länger und härter. Es war auch vom Kopf her nicht einfach, da es sich über einen längeren Zeitraum hinzog."


Mittlerweile habe der Defensivspieler eine andere Sichtweise. "Manchmal fehlt dir einfach die nötige Stärke und das muss man akzeptieren", gab Kimmich zu Protokoll. "Vielleicht ist es gut, diese Erfahrung in jungen Jahren zu machen." Seit Sommer ist der 23-Jährige beim FC Bayern als Rechtsverteidiger gesetzt. Seine Lieblingsposition sei allerdings weiterhin im defensiven Mittelfeld. "Aber ich habe momentan die großartige Möglichkeit, in beiden Mannschaften (deutsche Nationalmannschaft & FC Bayern, Anm. d. Red.) die gleiche Position zu spielen", erklärte der Rechtsfuß. 

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Philipp Lahm (r.) klatscht seinen Nachfolger Joshua Kimmich ab


Kimmich versucht auf jeder Position seinen eigenen Spielstil aufzuziehen. "Ich verteidige nicht nur. Ich will auch Torchancen kreieren und vielleicht sogar selbst treffen. Man muss die richtige Balance finden", betonte der Nationalspieler. Für junge Spieler sei es wichtig, "keinen anderen Spieler zu kopieren". 


Der Bayern-Profi möchte daher auch nicht immer wieder mit Lahm verglichen werden: "Ich will immer ich sein und kein Lahm-Klon oder Lahm II.. Philipp war natürlich ein herausragender Spieler. Selbst wenn er einen schlechten Tag erwischte, zählte er noch zu den besten des Teams." Lahm habe immer auf einem sehr hohen Niveau gespielt. "Das will man auch erreichen. Mittlerweile werde ich nicht mehr so oft mit Lahm verglichen und das ist besser für mich", erklärte der 23-Jährige, der im März ​seinen Vertrag vorzeitig bis 2023 verlängert hat.