​Am Wochenende konnte HSV-Trainer Christian Titz seinen ersten kleinen Achtungserfolg verbuchen. Beim heimstarken VfB Stuttgart konnten die Hamburger immerhin einen Punkt entführen. Dabei stellte der Coach beinahe eine halbe U21-Truppe auf den Platz - ein Experiment, das durchaus Früchte trug.


"Die Entscheidungen für die Spieler haben sportliche Gründe", so Titz nach der Partie. "Wenn sie sehen, wie ich aufstelle, dann sieht man, dass ich nicht nur Hoffnung habe. Dann würde ich Roulette spielen. Bei uns überwiegt die Überzeugung." 



Der 47-Jährige verzichtete beim Auswärtsspiel in der Mercedes-Benz-Arena auf erfahrene Kräfte wie Dennis Diekmeier oder Sejad Salihovic und setzte voll auf die Jugend. Mit Matti Steinmann, Mohamed Gouaida und Stephan Ambrosius standen drei U21-Spieler auf dem Platz - und lieferten. Die Nachrückkandidaten auf der Bank waren mit Fiete Arp, Tatsuya Ito, Vasilije Janjicic und Josha Vagnoman kaum älter.



Vermeintliche Top-Spieler wie Olympiasieger Walace, Nationalspieler Kyriakos Papadopoulos oder Mergim Mavraj werden unter Titz wohl keine Rolle mehr spielen: "In der Bewertung der Spieler darf so etwas keine Rolle spielen. Dann wäre ich als Trainer ja nicht objektiv und fair gegenüber den anderen Spielern. Entscheidend ist das, was die Spieler auf dem Platz anbieten und wie sie sich in der Gruppe integrieren", so der Übungsleiter weiter. "Ich sehe keine Namen, sondern Spieler und Menschen vor mir. Es gibt da weder jung noch alt. Sondern: Der eine ist in diesem Moment besser als der andere."