Serge Gnabrys Zeit bei der TSG 1899 Hoffenheim nähert sich dem Ende. Der Angreifer wechselte im Sommer zum FC Bayern München, spielt die laufende Saison auf Leihbasis im Kraichgau. Und die letzten Wochen zeigen eindrucksvoll: Der Youngster ist bereit für den deutschen Rekordmeister.


Die TSG 1899 Hoffenheim spielt eine holprige Saison und wird bis zum Schluss um die Teilnahme am Europapokal kämpfen müssen. Zuletzt kamen die Sinsheimer allerdings wieder besser in Fahrt, auch und vor allem dank Bayern-Leihgabe Serge Gnabry, der die TSG gegen den 1. FC Köln mit einem Doppelpack auf die Siegerstraße brachte. Der 22-Jährige konnte in sieben seiner letzten zehn Bundesliga-Spielen eine Torbeteiligung vorweisen und befindet sich in absoluter Höchstform.


Reicht das für die Bayern? Der deutsche Rekordmeister ist auf der Suche nach Ersatz für die auslaufenden Modelle Arjen Robben und Franck Ribery (Verträge laufen im Sommer aus). Gnabry konnte sich bereits beim SV Werder Bremen in der Bundesliga unter Beweis stellen, ehe es ihn im Sommer nach München zog. Das Jahr im Kraichgau sollte Gnabry als endgültiges Sprungbrett dienen, um zu einem gestandenen Bundesliga-Spieler heranzureifen. Und siehe da: In 22 Pflichtspielen für die TSG erzielte Gnabry sieben Tore und bereitete sechs weitere Treffer vor.

Ob die aktuelle Hochform allerdings für den Sprung zum FC Bayern München reichen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zunächst muss der zweifache deutsche Nationalspieler unter Beweis stellen, dass er auch unter dem Druck beim FC Bayern zu spielen, funktionieren kann. Außerdem steht beim FCB die Trainerfrage aus, Jupp Heynckes will sich im Sommer bekanntlich aus dem Geschäft zurückziehen. Aktueller Favorit auf die Nachfolge ist Niko Kovac, derzeit Trainer von Eintracht Frankfurt. In der Banken-Metropole hat Kovac bewiesen, dass er junge Spieler fördern und für sich gewinnen kann. 


Festzuhalten ist, dass sich Gnabry seine Chance an der Isar reichlich verdient hat. Die Erwartungen, die der FC Bayern München an die Ausleihe nach Hoffenheim gestellt hat, wurden erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen. Seit knapp zwei Jahren spielt Gnabry in der Bundesliga einen fantastischen Fußball und scheint seinen Weg mit viel Selbstbewusstsein zu beschreiten, wagte er doch schon nach einem Jahr den Schritt vom SV Werder Bremen zum FC Bayern. Die Münchener, die ihre Mannschaft wieder vermehrt mit deutschen Nationalspielern versehen wollen, werden Gnabry die Chance geben, sich auf allerhöchstem Niveau zu beweisen.