Um die Schwere der Aufgabe war sich jeder beim 1. FC Köln bewusst. Doch damit, dass man gegen die TSG Hoffenheim glatt mit 0:6 untergehen würde, hat wohl kaum einer gerechnet. Nach dem Spiel fand FC-Keeper Timo Horn klare Worte für die Leistung seiner Vordermänner und richtete auch ein paar Worte an die Fans.

Kurz vor der Länderspielpause schöpften alle Beteiligten des 1. FC Köln noch einmal neuen Mut. Der ​2:0-Erfolg im Rheinderby gegen Bayer Leverkusen beförderte die Mannschaft von Stefan Ruthenbeck auf den 17. Tabellenplatz, die Konkurrenz aus Mainz und Wolfsburg war aufgrund der Niederlagen gegen Eintracht Frankfurt und Schalke 04 lediglich noch fünf Punkte entfernt. Nach der gestrigen 0:6-Niederlage bei 1899 Hoffenheim tritt nun jedoch wieder Ernüchterung bei den 'Domstädtern' ein, die vor allem mit der eigenen Mannschaftsleistung haderten.

​"Das ist in unserer Situation ein extrem großer Rückschlag. Heute hatten wir null Chance. Jeder hat das Spiel gesehen", resümierte etwa Torhüter Timo Horn im Anschluss an die Partie laut Geissblog.Koeln. Dem 24-Jährigen sei es "zwar lieber, so zu verlieren, als ganz knapp mit 1:2", doch im Hinblick auf die Tabellensituation mahnte er: "Aber so werden wir die Liga nicht halten."
Dabei wandte sich der Keeper auch an die mitgereisten Anhänger, die das Debakel live in der Rhein-Neckar-Arena mitverfolgten: ​"
Mir tut es brutal leid für jeden Kölner, der hierhin mitgereist ist. Das war keinen Cent wert. Eigentlich müssten die Fans ihr Geld wiederbekommen. Wir stehen in der Schuld der Fans, nach so einem Spiel wieder alles zu geben."

Rückendeckung für den Trainer

​​​In seiner Kritik legte Horn den Finger in die Wunde und bemängelte vor allem, wie einfach sich der Gegner durch die Reihen kombinieren konnte: "
Wir haben null Zugriff bekommen. Selbst, wenn wir gewollt hätten, wären wir nicht hingekommen. Die Hoffenheimer sind mit ein, zwei Pässen vors Tor gekommen und haben das Tor erzielt. Hoffenheim hat unsere ganze Mannschaft ausgehebelt. Das war von uns allen viel zu wenig und völlig unverständlich, wie wir mit so wenig Aggressivität ins Spiel gegangen sind."

Man habe es schlichtweg "zu keiner Minute geschafft", den ausgerufenen Matchplan von Ruthenbeck umzusetzen. Nach der dritten Niederlage aus den vergangenen vier Spielen machte Horn seinem Trainer jedoch keinen Vorwurf: "Der ist natürlich dann die ärmste Sau draußen an der Außenlinie. Er hat uns gut vorbereitet, aber wir sind überhaupt nicht reingekommen und ja, dann müssen wir das auch so klar ansprechen." Nach der Partie sei der 45-Jährige darum bemüht gewesen, den Blick nach vorne zu richten: "Der Trainer hat uns nach dem Spiel gesagt, dass wir das ganz schnell aus den Köpfen kriegen müssen."


​​​Am kommenden Spieltag trifft der 1. FC Köln im direkten Duell auf Konkurrent Mainz 05. Zuvor haben die Rheinhessen im Sonntagsspiel gegen Borussia Mönchengladbach (18.00 Uhr) die Gelegenheit, sich mit einem Sieg etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen und den Relegationsplatz zu verlassen. Horn ist sich um die Bedeutung des kommenden Heimspiels bewusst: "Wir haben schon gezeigt, dass wir auch heftige Rückschläge wegstecken können. Aber gegen Mainz muss es jetzt wieder in die andere Richtung gehen."