Bislang standen chinesische Vereine ja nicht gerade im Verdacht, einen großen Wert auf Jugendarbeit zu legen. Trotz diverser Auflagen bei der Verpflichtung ausländischer Stars schien man dem eigenen Nachwuchs kaum einmal eine Chance geben zu wollen. Dies könnte sich nun alsbald ändern – und der Serienmeister Guangzhou Evergrande scheint Pionierarbeit zu leisten.


Im Kader des amtierenden Meisters finden sich mit den Brasilianern Alan und Ricardo Goulart, dem Südkoreaner Young-gwon Kim sowie dem Serben Nemanja Gudelj vier ausländische Stars wieder. Zeitgleich dürfen nur drei von ihnen in der chinesischen Super League auf dem Feld stehen. Heißt mit anderen Worten: Acht der elf Spieler müssen einen chinesischen Pass haben.


Kein Wunder also, dass in Guangzhou die Zeichen der Zeit erkannt wurden und inzwischen in den Jugendfußball investiert wird. Für insgesamt 130 Millionen Pfund entstand die Nachwuchsakademie, die in China ihresgleichen sucht. Auf 300 Acres Land werden auf rund 50 Fußballplätzen bis zu 2500 junge Talente trainiert. Und das nicht von irgendwem: Gleich 24 ehemalige Jugendtrainer von Real Madrid haben die Ausbildung des Nachwuchses übernommen.


In ein paar Jahren könnte dies auch für einen Aufschwung der chinesischen Nationalmannschaft sorgen. Zuletzt musste sich die Mannschaft chancenlos beim eigenen Kurz-Turnier gegen Wales (0:6) und Tschechien (1:4) geschlagen geben.