Außenstehende würden die Trainer-Entlassung von Thomas Tuchel bei Borussia Dortmund rückblickend wohl als Fehler analysieren, Hans-Joachim Watzke ist da anderer Meinung. Wie der BVB-Boss in einem Interview mit der WAZ erwähnte, bereut er seine Entscheidung nicht – im Gegenteil.


Während Borussia Dortmund in der Vorsaison nur so vor Spielwitz sprühte und in der Bundesliga teilweise attraktiveren Fußball als die Bayern auf den Rasen zauberten, sind die Fans der Schwarz-Gelben mittlerweile zu der ernüchternden Erkenntnis gekommen: Das war einmal. Nachdem Peter Bosz furios in die Spielzeit 17/18 startete, ging es praktisch gleichschnell wieder in die andere Richtung – das Ergebnis: Man entband den Niederländer von seinen Aufgaben im Pott und holte Peter Stöger ins Boot, unter dem die Ergebnisse zwar wieder stimmen, man allerdings fußballerisch wahrlich nicht überzeugen konnte.


„Irgendwann werden Thomas Tuchel und ich wieder miteinander sprechen“


Dabei schien der BVB zum Ende der Vorsaison noch auf dem besten Weg zu sein. 107 Spiele - davon 69 Siege, 20 Unentschieden, 18 Niederlagen und einen Punkteschnitt von 2,12 Zählern pro Spiel. Die Trainerbilanz von Thomas Tuchel bei Borussia Dortmund war nicht allzu schlecht. Der 44-Jährige formte aus einer jungen, unerfahrenen Mannschaft mit vielen Talenten ein echtes Spitzenteam, wurde DFB-Pokalsieger und war in der Bundesliga Bayern-Jäger Nummer eins. Nach zwei Jahren im Amt war dennoch Schluss für ihn. Grund dafür war das abhanden gekommene Vertrauen und der dann doch öffentlich ausgetragene Rosenkrieg zwischen BVB-Geschäftsführer ‘Aki‘ Watzke und dem ehemaligen Chefcoach.

Auf die Frage hin, ob er den Rauswurf Tuchels im Nachhinein bereue, antwortete der Klubboss: „Ganz ehrlich: Ich habe mit dem Thema längst abgeschlossen. Ich habe meinen inneren Frieden gefunden.“ Watzke betonte, dass er den 44-Jährigen für einen „überragenden Fachmann“ halte – das Verhältnis zwischen beiden ist allerdings auch heute noch zerrüttet. „Ich musste viel unberechtigte Kritik einstecken, die ich mit einem Satz vom Tisch hätte wischen können. Habe ich aber nicht. Ich wollte ihn als Mensch nie beschädigen“, erklärte der 58-Jährige. „Wenn er irgendwann außerhalb von Borussia Dortmund seinen zweiten Titel gewinnt, freue ich mich wirklich für ihn. Und irgendwann, davon bin ich auch überzeugt, werden Thomas Tuchel und ich wieder miteinander sprechen.“