Ralph Hasenhüttl ist irritiert. Die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung in Leipzig stocken. Sein Verhältnis zu den RB-Bossen soll angespannt sein. Der Österreicher gilt auch als Kandidat in München und Dortmund. Der BVB hat aber offenbar noch keinen Kontakt mit dem RB-Coach aufgenommen und zögert eine Entscheidung auf der Trainerbank hinaus.


Das Trainer-Karussell dreht sich rasant weiter. Nach der vermeintlichen Absage von Thomas Tuchel an den FC Bayern bleibt die Top-Stelle beim Rekordmeister für die kommende Spielzeit weiter vakant. Ebenso verhält es sich bei Borussia Dortmund, wo vor der entscheidenden Saisonphase noch keine Entscheidung über den künftigen Mann an der Seitenlinie getroffen werden soll. Beim BVB will man zunächst abwarten, wohin die Reise geht und nach einer möglichen Champions-League-Qualifikation die Maßnahmen für einen Umbruch einleiten.


Ob das mit Peter Stöger passiert, scheint derzeit zweifelhafter denn je. Der Österreicher hat die Borussen zwar zumindest tabellarisch wieder in die Spur gebracht - vom begeisternden Offensiv-Fußball vergangener Tage sind die Schwarz-Gelben aber meilenweit entfernt. 


So gehört Ralph Hasenhüttl bei den beiden Top-Adressen des deutschen Fußballs weiter zum gehandelten Kandidatenkreis. Der kicker berichtet in der Donnerstag-Ausgabe, FCB-Sportdirektor Hasan Salihamidzic hätte sich zwar beim Österreicher gemeldet, die Kontaktaufnahme liege aber schon längere Zeit zurück. Und auch der BVB habe noch nicht mit Hasenhüttl verhandelt.

Hasenhüttls angespanntes Verhältnis zu RB-Bossen


Der Trainer von RB Leipzig führte die Bullen in seinem ersten Jahr zur Vizemeisterschaft und in die Champions League. Aktuell liegt er mit RB auf Rang fünf und ist in der Europa League ins Viertelfinale eingezogen. Keine schlechte Bilanz also, gemessen an Leipzigs erster Spielzeit mit Dreifachbelastung und einem unerfahrenen Kader.

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So innig wie Anfang April 2017 soll das Verhältnis zwischen Mintzlaff (l.) und Ragnick (r.) auf der einen Seite und Hasenhüttl (m.) auf der anderen Seite nicht mehr sein.


Ganz zufrieden ist man bei RB scheinbar dennoch nicht. Hasenhüttl geht in sein letztes Vertragsjahr, eine Verlängerung über 2019 hinaus ist aktuell nicht in Sicht. Das Verhältnis zu Sportdirektor Ralf Rangnick und Vorstandsboss Oliver Mintzlaff soll belastet sein. Der Grund gehe bis in den Dezember vergangenen Jahres zurück. Damals habe Ragnick versucht, Verhandlungen über einen neuen Kontrakt aufzunehmen, Hasenhüttl habe aber abgeblockt. Der 50-Jährige habe zunächst die weitere sportliche Entwicklung abwarten wollen.


Es folgten wechselhafte Leistungen in der Bundesliga, die den RB-Bossen ebenso missfallen haben sollen wie das Zögern des Trainers. Eigentlich sollte Anfang März über eine weitere Zusammenarbeit gesprochen werden - das ist offenbar aber noch nicht passiert. Der nun gesprächsbereite Hasenhüttl sei darüber irritiert, seine Zukunft dadurch offener denn je.


Öffentlich beteuert Rangnick das Verhältnis sei "so gut wie am ersten Tag". Ein Fingerzeig für einen Verbleib von Hasenhüttl ist das aber nicht. Sollte man sich nicht über eine langfristige Zusammenarbeit einigen können, hält es der kicker für wahrscheinlich, dass sich die Wege von Hasenhüttl und RB im Sommer trennen. Ob der Österreicher dann tatsächlich in München oder Dortmund landet, bleibt offen. Julian Nagelsmann, Lucien Favre und Niko Kovac gelten ebenso als mögliche Kandidaten bei den beiden deutschen Spitzenklubs.