Im Sturmzentrum von Hertha BSC ist Kapitän Vedad Ibisevic längst nicht immer gesetzt. Auch weil der Routinier in dieser Spielzeit nicht mehr so treffsicher ist. "Es ist keine überragende Saison von mir", gibt der 33-Jährige zu. Trainer Pal Dardai ist anderer Meinung.


​Wenn ein Stürmer lange Zeit kein Tor mehr erzielt hat, holt man gerne das Datum des letzten Torerfolgs hervor oder zählt die Minuten. So auch im Fall von Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic. Der 33-jährigen Routinier ließ zuletzt am 13. Spieltag Ende November den Ball im Netz zappeln. Beim 2:0-Sieg in Köln erzielte Ibisevic mit einem Doppelpack seine Saisontore drei und vier.


Gut für den Bosnier, dass am Samstag der VfL Wolfsburg wartet (20.30 Uhr). Die Wölfe sind so etwas wie der Lieblingsgegner von Ibisevic - vor allem, wenn dieser sehnsüchtig auf einen Treffer wartet. Beim 3:3-Spektakel im Hinspiel gelang ihm sein erster Saisontreffer. Zuvor war Ibisevic saisonübergreifend 900 Minuten ohne Torerfolg geblieben. Am Samstag soll das im Olympiastadion gegen die Niedersachsen erneut gelingen.


Hertha-Coach Dardai schwärmt von seinem Kapitän


Ibisevics Trefferquote leidet in dieser Saison etwas. In den beiden Spielzeiten zuvor traf er mit zehn und zwölf Toren jeweils zweistellig. "Es ist keine überragende Saison von mir", gab er deshalb auch auf der Pressekonferenz am Mittwoch selbst zu. "Aber ich habe mich nie hängenlassen, sondern immer gut gearbeitet und versucht, meine Leistung zu bringen", versicherte der Hertha-Kapitän.

Sein Trainer Pal Dardai sieht das ein wenig anders. "Egal, was Vedad sagt - für mich ist es eine überragende Saison von ihm. Wenn es nötig ist, macht er seine Tore. Er zeigt jeden Tag im Training, was er für einen Siegeswillen, eine Körpersprache und eine professionelle Mentalität hat. Davon können viele lernen, für mich ist das immer noch top. Ich bin hochzufrieden mit ihm. Er wird noch seine Tore machen", schwärmt der Ungar von seinem Spielführer. 

Ob der warmen Worte seines Coaches gab sich Ibisevic optimistisch. Die Chancen waren in den vergangenen Spielen da, "das macht mir Mut für den Rest der Saison". Er versuche immer, das Tor zu treffen, unabhängig vom Gegner. So auch am Samstag: "Und wenn es nicht klappt, soll es ein anderer machen." Ibisevic dürfte gegen den VfL Chancen für einen eigenen Treffer von Beginn an haben. Wie schon in den letzten zwei Partien gegen Freiburg und beim HSV, als er den Vorzug gegenüber Konkurrent Davie Selke erhielt. 


Verzichten muss die Hertha dagegen auf Nationalspieler Marvin Plattenhardt. Der 26-Jährige hat in dieser Saison noch keine Bundesliga-Minute verpasst, fehlt aber wegen seiner fünften Gelben Karte. Seinen Auftritt am Dienstag ​im DFB-Team gegen Brasilien sah Dardai positiv: "Er hat seine Sache gut gemacht und war auch mutig in der Vorwärtsbewegung. Für ganz Berlin und die Hertha-Familie ist es schön, dass unser Spieler nicht nur ein paar Minuten kriegt, sondern das ganze Spiel und ​die Chance hat, an der WM teilzunehmen", freute sich Dardai.

Für Plattenhardt wird vermutlich Maximilian Mittelstädt links in die Viererkette rücken.