​Bundestrainer Joachim Löw nominierte für die beiden Länderspiele gegen Spanien und ​Brasilien zwei Spieler von Bayer 04 Leverkusen. Neben Schlussmann Bernd Leno stand auch Julian Brandt im Aufgebot. Der Offensivspieler durfte am Dienstagabend rund eine halbe Stunde lang ran und stand am Mittwochvormittag schon wieder bei der 'Werkself' auf dem Trainingsplatz. Cheftrainer Heiko Herrlich war von dem Eifer seines Schützlings nicht wirklich begeistert. 


Am vergangenen Freitag musste Brandt das 1:1-Unentschieden gegen die spanische Nationalmannschaft 90 Minuten lang von der Bank aus mitverfolgen. Am Dienstagabend kam der gebürtige Bremer bei der ​0:1-Niederlage gegen Brasilien in der zweiten Halbzeit zum Einsatz. Nach gut einer Stunde wurde der 21-Jährige für Leon Goretzka eingewechselt. 


Bayer-Coach Herrlich war mit dem Auftritt des Offensivspielers durchaus zufrieden. "Er hat seine Einsatzzeit gegen Brasilien gut genutzt, war sehr engagiert und an mehreren gefährlichen Situation beteiligt", wird der Übungsleiter vom kicker zitiert. "Er müsste gute Aussichten haben, in Russland dabei zu sein, ist schließlich flexibel, kann auf mehreren Positionen und mehrere Systeme spielen."

1. FC Koeln v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga

Heiko Herrlich rüffelte Julian Brandt für seine schnelle Rückkehr ins Training


Brandt reiste noch in der Nacht per Fahrdienst von Berlin zurück nach Leverkusen, wo er gegen vier Uhr ankam. Wenige Stunden später stand der Linksaußen schon wieder auf dem Trainingsplatz. "Ich habe ja schließlich nur eine halbe Stunde gespielt und hatte das Bedürfnis, gleich wieder her zu kommen", erklärte Brandt, der mit seiner Aktion bei Cheftrainer Herrlich nur wenig Begeisterung hervorrief. "Dieser Eifer kam eigentlich nicht gut an. Es ist ja viel zu riskant, weil er am Abend noch eine halbe Stunde Vollgas gegen Brasilien gegeben hat", betonte der 46-jährige Übungsleiter. 


​​Sportchef Rudi Völler setzt derweil alles daran, um den im Sommer 2019 auslaufenden Vertrag des Nationalspielers vorzeitig zu verlängern. Der Weltmeister von 1990 ist sich jedoch auch darüber im Klaren, dass Brandt bei einigen Top-Klubs auf dem Zettel steht und es "immer wieder Anfragen geben" wird. Die Chancen auf einen Verbleib über 2019 hinaus schätzte Völler im Interview mit Sky 50:50 ein. 

"Wir haben ein wunderbares Verhältnis mit Julian. Er weiß, was er an uns hat", gab der Sportchef zu Protokoll. "Er hat hier die Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln." Brandt wechselte im Januar 2014 vom VfL Wolfsburg nach Leverkusen, wo er sich seitdem zu einem wichtigen Leistungsträger entwickelt hat. In der laufenden Saison bestritt der Offensivspieler insgesamt 31 Pflichtspiele, in denen er neun Tore erzielte und sechs weitere vorbereitete.