Toni Kroos fand nach dem schwachen Auftritt gegen Brasilien deutliche Worte. Einige Spieler hätten ihre Chance nicht genutzt. Gemeint war vor allem die zweite Reihe um Leroy Sané, Leon Goretzka, Mario Gomez und auch Ilkay Gündogan. Der Bundestrainer konnte die Kritik nachvollziehen, hat aber andere Maßstäbe.


Nach der Testspielpleite gegen Brasilien schwang Weltmeister ​Toni Kroos den Richterhammer. Das Urteil des Real-Stars klang vernichtend: "Man hat gesehen, dass wir ​doch nicht so gut sind, wie uns immer eingeredet wird - oder wie vielleicht auch einige von uns denken. Es ist definitiv nicht so, dass wir der absolute WM-Favorit sind“, polterte er im Anschluss an das 0:1 gegen den Rekordweltmeister.


Kroos gehörte neben Jerome Boateng, Joshua Kimmich und Julian Draxler zu den einzig Verbliebenen aus der Startelf vom überzeugenden Spanien-Test. Bundestrainer Joachim Löw wollte gegen die Selecao den Spielern aus der zweiten Reihe die Chance geben sich zu zeigen. Das gelang überhaupt nicht, brachte Kroos deutlich zum Ausdruck: "Wir hatten einige Spieler auf dem Platz, die die Möglichkeit hatten, sich zu zeigen auf diesem Niveau. Das haben sie nicht getan." Der 28-Jährige zweifelt heftig und deutlich an der Qualität einiger Nationalelf-Kollegen.


Löw wollte seinem Führungsspieler nicht widersprechen, relativierte dessen Aussagen aber. "Toni Kroos hat sicherlich recht, wenn man das Brasilien-Spiel als Maßstab nimmt. Wir im Trainerstab schauen aber ein bisschen von oben drauf und können auch andere Dinge bewerten. Bei der WM werden wir dann sehen, ob manche Spieler das anders zeigen“, erklärte Löw gegenüber der Bild.  

Für Stirnrunzeln in Richtung WM sorgt das beim Bundestrainer aber nicht. Das Ziel heißt weiter Titelverteidigung. "Mir bereitet kaum etwas große Sorgen. Weil ich weiß, dass die Mannschaft zu etwas ganz anderem fähig ist. Sie können sicher sein, wir werden uns steigern“, betonte der Weltmeister-Coach.


Der erste Stichtag auf dem Weg nach Russland ist der 15. Mai. Dann will Joachim Löw ein Aufgebot benennen, das maximal 35 Spieler umfassen darf. Acht Tage später geht es ins Trainingslager nach Eppan im Südtirol. Bis zum 4. Juni muss dann der offizielle 23er-Kader für das Turnier bei der FIFA gemeldet werden.