Im Rahmen der 50+1-Debatte hatte Karl-Heinz Rummenigge die Rolle des FC St. Pauli stark kritisiert, nun ist ihm 96-Klubchef Martin Kind öffentlich beigesprungen. Wie der 73-Jährige im Gespräch mit dem kicker erklärte, habe er den Eindruck, dass „einige Teilnehmer“ nicht auf eine Diskussion vorbereitet gewesen seien.


Bei der DFL-Mitgliederversammlung am vergangenen Donnerstag hatte Karl-Heinz Rummenigge noch gehofft, dass die 50+1-Regel freigegeben werde. In Frankfurt musste er dann mitansehen, wie sich 18 von 34 anwesenden Klubs für eine Erhaltung von 50+1 aussprachen und somit einem Antrag des FC St. Pauli folgten. „Mit der Abstimmung hat man sich den Ast, an dem die Wettbewerbsfähigkeit hängt, ansägen lassen – und zwar durch einen mäßigen Zweitligisten“, sagte der Bayern-Boss. Martin Kind teilte diese Meinung „vollumfänglich“.


DFL wie ein "Kleingärtnerverein"


„Einige Teilnehmer waren offensichtlich nicht auf eine Diskussion vorbereitet oder hatten einfach keine Lust. Dem Präsidium ist es nicht gelungen, eine Linie vorzugeben, anhand derer man hätte diskutieren können“, so der 73-Jährige, der zudem die Organisationsstruktur der DFL anprangerte: „Es ist in diesem Verband notwendig, mit Summen in Milliardenhöhe umzugehen, doch gehandhabt wird es anscheinend wie in einem Kleingärtnerverein.“


Hannover 96 hatte sich selbst bei der Abstimmung enthalten. Martin Kind, öffentlicher Gegensprecher von 50+1, hatte im Anschluss erklärt, dass er mit seinem derzeit ruhenden Antrag die Regel nicht aufheben wolle, sondern lediglich eine Ausnahmegenehmigung bei der DFL beantragt habe.