​Eine ausgesprochene Strafe eines Sportgerichts in Brasilien sorgte nach einem brutalen Foul für Aufsehen: Könnte das revolutionäre Strafmaß auch etwas für die Sportgerichte bzw. Verbände in Europa sein?


Die Bild-Zeitung berichtet von einer Szene im brasilianischen Fußball. Am 18. März hatte Botafogo das Auswärtsspiel bei Vasco da Gama mit 2:3 verloren. Für Aufsehen sorgte dabei eine Spielszene, die sich bereits in der zweiten Spielminute der Partie ereignet hatte: Der 29-jährige Vasco-da-Gama-Stürmer Rildo de Andrade Felicissimo, kurz Rildo, hatte seinen Gegenspieler Joao Paulo mit einem gestreckten und viel zu hohen Bein gefoult und sorgte dafür, dass der Mittelfeldspieler wegen eines Schien- und Wadenbeinbruches im rechten Bein auf unbestimmte Zeit ausfallen wird.

Vasco v Universidad de Chile - Copa CONMEBOL Libertadores 2018

Für seine Ausfälle auf dem Platz bekannt: Rildo wurde mit einer speziellen Strafe belegt.



Paulo hatte lediglich versucht, den Ball im Mittelkreis zu klären, weshalb die brutale Aktion noch unverständlicher und skrupelloser erscheint. Im Stadt-Derby hatte der Schiedsrichter zunächst nur die Gelbe Karte gezeigt. Nach der Partie entschied der Sportgerichtshof von Rio de Janeiro über eine nachträgliche Strafe, nachdem die vorhandenen TV-Bilder kontrolliert wurden. Rildo ist bereits Wiederholungstäter und war schon wegen zwei ähnlichen Vergehen negativ aufgefallen. Folglich entschied sich das Gericht für eine ungewöhnliche Maßnahme.


Der Stürmer wird so lange gesperrt, also vom Spielbetrieb seiner Mannschaft ausgeschlossen, wie sein getroffener Gegenspieler Joao Paulo ausfallen wird. Erst bei dessen Trainingsrückkehr kann der Stürmer also wieder auf Torejagd gehen, wobei die maximale Sperre auf 180 Tage beschränkt wurde. Der Angreifer hat noch die Möglichkeit, Einspruch gegen das Urteil einzulegen, doch gerecht scheint dieses Strafmaß in der Tat zu sein. Ob ein solches Urteil auch für europäische Verbände eine Überlegung wert wäre? Mit der kuriosen Entscheidung geriet der brasilianische Fußball jedenfalls schon einmal in die Schlagzeilen.