An der Elbe weht vor dem Auswärtsspiel des HSV beim VfB Stuttgart eine steife Briese. Interimscoach Chrisitan Titz degradierte am Mittwoch Routinier Mergim Mavraj, nachdem er am Tag zuvor Albin Ekdal als Innenverteidiger getestet hatte. Zwei neue Elfmeterschützen legte er auch gleich noch fest. Für Douglas Santos und Luca Waldschmidt gab es deutliche Worte.


​Es ist wieder einmal einiges los rund um den HSV. Während bei anderen Bundesligisten während der Länderspielpause Ruhe einkehrt und der Fokus auf den Nationalteams liegt, gibt es vom strauchelnden Bundesliga-Dino immer etwas zu berichten.


Am Mittwochvormittag wurde ​Routinier Mergim Mavraj in die U21 der Rothosen degradiert. Interimscoach Christian Titz, Interims-Sportchef Thomas von Heesen und Sportkoordinator Bernhard Peters teilten dem Innenverteidiger die Entscheidung mit, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme des Klubs. "Aus sportlichen Erwägungen" habe sich das Trainerteam dazu entschieden, so Peters.

Statt auf Mavraj könnte HSV-Trainer Titz auf einen anderen, überraschenden Kandidaten in der zentralen Abwehr setzten. Mittelfeldstratege Albin Ekdal wurde am Dienstag in ungewohnter Rolle als Innenverteidiger getestet. Ob der 28-jährige Schwede für die Auswärtspartie beim VfB Stuttgart tatsächlich eine Option für die Viererkette darstellt, ließ Titz allerdings noch offen. "Wir haben heute erstmals einen Eindruck davon bekommen. Jetzt müssen wir schauen, inwieweit es bei Albin überhaupt reicht bis Samstag“, wird der 46-Jährige von der MoPo zitiert.

Genau hier liegt nämlich das große Problem. Immer wieder streikt bei Ekdal der Körper. Erst am Montag musste er die Teameinheit vorzeitig abbrechen. Seit dem 10. Februar stand der eigentlich so wichtige Schwede nicht mehr in der HSV-Startelf. Gerade im System von Titz, das auf mehr Ballkontrolle ausgerichtet ist, wäre der ballsichere Ekdal ein großer Eckpfeiler für den Tabellenletzten. 


Titz legt neue Elfmeterschützen fest - und schimpft mit Santos und Waldschmidt


Defensiv schien der Schwede in der Innenverteidigung gut zu stehen. Das Trainingsspiel am Dienstag endete 0:0. So musste das Elfmeterschießen für die Entscheidung herhalten. Dabei konnte sich Titz einen ersten Eindruck machen über die Qualitäten seiner Spieler vom Punkt. Ergebnis: "Unsere Nummer eins ist Aaron Hunt, unsere Nummer zwei ist Fiete Arp. Beide sind sichere Schützen“, so der HSV-Coach zur neuen Elfmeter-Rangliste. Beide werden wohl auch ​in Stuttgart in der Startelf stehen, wie schon beim Titz-Debüt gegen die Hertha.

Ob das auch für Douglas Santos und Luca Waldschmidt gilt, bleibt abzuwarten. Vor allem Waldschmidt dürfte sich wohl wieder mit der Joker-Rolle begnügen müssen. Beim torlosen Trainingsspiel erhielten die beiden einen lautstarken Rüffel von ihrem Trainer. "Wir wollten ruhiger spielen. Sie hatten den Ball immer schnell nach vorne gespielt. Dadurch kamen wir in so ein Schlagspiel rein, das wir gar nicht wollten. Wir wollten mehr Kontrolle in unser Spiel bekommen. Da die nicht neben einem stehen, muss man dann mal die Stimme anheben“, begründete Titz seine Unzufriedenheit.