Deutliche Kritik am Ex-Coach: Vor dem Härtetest mit dem DFB-Team gegen Brasilien geht Jerome Boateng auf Carlo Ancelotti los. Unter dem Italiener seien die Bayern körperlich in keinem guten Zustand gewesen. Mit Jupp Heynckes sei man nun aber wieder in der Lage, in der Champions League gegen jeden Gegner zu bestehen.


Das 70. Länderspiel von Jerome Boateng wird für den Weltmeister ein ganz besonderes. In seiner Heimatstadt Berlin wird der 29-Jähirge das DFB-Team gegen Brasilien (Dienstag, 20.45 Uhr) aller Voraussicht nach als Kapitän aufs Feld führen, wie Bundestrainer Joachim Löw auf der Pressekonferenz am Montag verriet. 


Boateng nannte den Bundestrainer im Pressegespräch als "eine absolute Vertrauensperson", unter dem sich die Nationalmannschaft "immer weiterentwickelt" habe. "Man sieht die Handschrift des Trainers", so der Innenverteidiger. Eine Handschrift, die er aktuell auch beim FC Bayern erkennt. Boateng fühlt sich wieder wohl, ist ​unter Jupp Heynckes unu​mstrittener Leader beim Rekordmeister. Zuvor sah das noch ganz anders aus: Ex-Coach Carlo Ancelotti setzte nicht immer auf den 29-Jährigen, ließ ihn etwa in der Champions League bei Paris Saint-Germain auf der Bank. 

So ganz abgehakt scheint das für Boateng immer noch nicht zu sein. In einem Interview mit der FAZ konnte er sich einen weiteren Seitenhieb auf den Italiener nicht verkneifen. "Das Training ist ein ganz anderes als zuvor. Unser Aufwärmen ist so anstrengend wie vorher das gesamte Training", vergleicht er die Einheiten unter Heynckes mit denen bei Ancelotti. Angesprochen auf die mögliche Wiederholung des Triples sagt Boateng: "Auch wenn wir in der Champions League nicht der Topfavorit sind, bin ich überzeugt, dass wir jede Topmannschaft in beiden Spielen schlagen können."

Am Anfang der Saison sei das "auf keinen Fall" so gewesen. "In dem Zustand wären wir gar nicht dahin gekommen, wo wir jetzt sind", macht Boateng deutlich und kritisiert Ancelotti damit so klar wie noch nie.


Doch was passiert in der kommenden Saison, wenn Mentor Heynckes nicht mehr auf der Bayern-Bank sitzt? Angesprochen auf die Absage von Thomas Tuchel als potenzieller Nachfolger meinte Boateng am Montag nur lapidar, "das habe ich zur Kenntnis genommen - mehr auch nicht". In der laufenden Saison interessiere ihn das nicht, so der 29-Jährige weiter. Jüngst waren Spekulationen aufgekommen, Boateng werde von den beiden Klubs aus Manchester umworben. Sollte der Heynckes-Nachfolger nicht voll auf Boateng setzen, werden diese Gerüchte im Sommer wohl neu entfacht werden.