Vereinstreu, bodenständig, bescheiden - Manuel Schmiedebach ist der etwas andere Fußballer. In Hannover ist der 29-Jährige seit der Bundesliga-Rückkehr nicht mehr Spielführer und unter 96-Coach André Breitenreiter meist nur noch dritte Wahl. Geahnt hatte Schmiedebach seine veränderte Rolle wohl schon vor der Saison. Sein Kapitänsamt habe er "aus freien Stücken" zurückgegeben.


Manuel Schmiedebach ist kein gewöhnlicher Profi. Statt mit der Luxuskarosse kommt der 29-jährige gebürtige Berliner wahlweise mit dem Fahrrad, Bus oder Bahn zum Training. Und das seit Beginn seiner Profi-Karriere. 2008 war er von der Hertha-Reserve zur zweiten Mannschaft der Niedersachsen gewechselt, ein Jahr später wurde er bei 96 zu den Profis hochgezogen.


241 Pflichtspiele hat er seither für Hannover absolviert, 176 Partien in der Bundesliga. In der vergangenen Saison war Schmiedebach im defensiven Mittelfeld gesetzt und als Kapitän maßgeblich an der Bundesliga-Rückkehr beteiligt. Zurück im Oberhaus ist Schmiedebach unter André Breitenreiter aber längst nicht mehr erste Wahl. Nur sechs Liga-Einsätze stehen zu Buche, der letzte am 2. Dezember 2017 gegen die Bayern. In der Folge stand er nur noch bei der Auswärtspartie in Frankfurt überhaupt im 96-Kader.


Die Kapitänsbinde hat er bei keinem seiner Einätze in der laufenden Spielzeit getragen. Neuer Spielführer ist seit dem Aufstieg Edgar Prib - eigentlich. Der 28-Jährige konnte wegen dem zweiten Kreuzbandriss nacheinander noch kein Spiel absolvieren. So trägt meist Schlussmann Philipp Tschauner das "C" am linken Oberarm. Oliver Sorg und Martin Harnik durften ihr Team ebenfalls schon vertretungsweise aufs Feld führen.

96-Coach Breitenreiter verrät nun, dass Schmiedebach vor der Saison das Amt von sich aus abgegeben habe. Er sei nicht degradiert worden, sondern "aus freien Stücken vom Kapitänsamt zurückgetreten“, so der 44-Jährige gegenüber Sportbuzzer. Der Grund für seine fehlenden Einsatzzeiten sei schlicht das "Leistungsprinzip", das beim Aufsteiger angewandt werde. Geahnt hatte Schmiedebach seine veränderte Rolle wohl schon vor dem Saisonstart.


Mit Pirmin Schwegler kam ein prominenter Neuzugang auf seiner Position, der auf Anhieb der Chef im Mittelfeld der Niedersachsen wurde. Marvin Bakalorz und spätestens seit der Rückrunde auch Iver Fossum, stehen in der Gunst des Trainers ebenfalls weiter vorne. An einen Vereinswechsel hat Schmiedebach dennoch nicht gedacht. Auch im Winter - ohne große Aussicht auf Besserung - lehnte er Angebote von Zweitligist 1. FC Kaiserslautern und dem Ausland ab. Auch Union Berlin soll Interesse bekundet haben. Schmiedebach steht in Hannover noch bis 2020 unter Vertrag.