​Jiri Pavlenka hat sich nach seinem Wechsel von Slavia Prag zum Bundesligisten Werder Bremen auf Anhieb zum Leistungsträger entwickelt und ist unumstrittener Stammkeeper unter Coach Florian Kohfeldt. Die starken Leistungen haben unter anderem auch Torwarttrainer Christian Vander beeindruckt, der beim 25-jährigen Schlussmann eigentlich eine längere Eingewöhnungsphase erwartet hätte.


Wie der langjährige Torwarttrainer des SV Werder im Interview mit MEIN WERDER erklärte, sei er durchaus überrascht gewesen von der Entwicklung des neuen Bremer Torhüters. "Dass seine Entwicklung so gut verläuft, war nicht abzusehen. Die lässt sich auch ganz gut an der Nationalelf ablesen: Als er vergangenen Sommer kam, war er in Tschechien Nummer drei oder vier. Jetzt könnte er bald Nummer eins sein. Seine Leistungsentwicklung bei Werder führt auch zu einer höheren Wertigkeit in der Nationalelf", so Vander. 


SV Werder Bremen v 1. FC Koeln - Bundesliga

Weiß vor allem auf der Linie zu überzeugen: Werder-Keeper Jiri Pavlenka



Dabei hatte man dem 1,96 Meter großen Keeper eigentlich deutlich mehr Zeit zugestanden, sich an der Weser zurechtzufinden. "Es ging deutlich schneller als erwartet, wir haben mit einer längeren Eingewöhnungsphase gerechnet. Wie schnell ein Spieler etwas annimmt, wie lange er braucht, um Dinge umzusetzen, das lässt sich im Vorfeld schlecht beurteilen. Jiri hat das richtig gut gemacht. Abgesehen von den ersten Spielen lief die Entwicklung kontinuierlich in die richtige Richtung." Trotz der Sprachbarriere habe sich der Tscheche in der Bundesliga schnell angepasst und spreche immer besser Deutsch. "Zu Beginn haben wir einige Trainingseinheiten aufgezeichnet und viele Videoanalysen gemacht. Wir haben Kommentare auf Deutsch darunter geschrieben, so hat er im Nebeneffekt ein bisschen Deutsch gelernt. Und wir haben ganz viel gemalt: Passwege, Zonen des Spielfelds, Stellungsspiel, all das haben wir auf die Bilder gemalt. Mittlerweile können wir uns schon ein bisschen auf Deutsch unterhalten. Jiri ist auch da ein Vollprofi."


Für die Zukunft sieht Torwartcoach Vander dennoch noch Verbessungspotenzial bei Pavlenka, sowohl auf als auch neben dem Platz. "Er ist unaufgeregt, ohne große Gesten, kein Typ, der nach dem Spiel bei den Fans auf dem Zaun sitzt. Das entspricht nicht seinem Naturell. Manchmal wünsche ich mir in einigen Situationen etwas mehr Präsenz. Aber das kann ja noch kommen, es ist sein erstes Jahr in der Bundesliga." Vor allem bei "Entscheidungen im Raum" oder "in der Luft" könne er "mehr Lautstärke" haben. "Aber das kann man lernen. Er hat in diesem ersten Jahr schon so viel gelernt, gemacht und getan, da wird das auch noch kommen."


Jiri Pavlenka war vergangenen Sommer für drei Millionen Euro aus seiner Heimat von Slavia Prag an die Weser gewechselt. Für Werder Bremen bestritt der 25-Jährige in der laufenden Saison insgesamt 31 Pflichtspiele und bleib dabei neun Mal zu Null. Sein Vertrag läuft noch bis Sommer 2020.