Spätestens mit seinem inzwischen legendären „Eistonnen-Interview“ ist Per Mertesacker bei der WM 2014 in die Annalen des deutschen Fußballs eingegangen. Mit Blick auf die anstehende Endrunde in Russland rechnet der inzwischen aus der Nationalmannschaft zurückgetretene Innenverteidiger mit einem harten Kampf um den Titel – und hat dabei neben der deutschen Mannschaft vor allem drei Kandidaten auf der Rechnung.


„Die Engländer sind unsere stärksten Gegner“, erklärte Mertesacker, dem die Entwicklung der „Three Lions“ durchaus imponiert gegenüber dem Express. Der ehemalige Hannoveraner und Bremer weiter: „Bei ihnen ist aber immer die Belastung sehr, sehr groß, weil sie ohne Winterpause durchspielen. Bisher hat es keine englische Mannschaft geschafft, es bis zum Sommer durchzuhalten. Dieses Mal glaube ich aber an sie.“


Neben England glaubt Mertesacker vor allem an zwei südamerikanische Mannschaften. „Argentinien denkt aber auch, dass sie mal dran sind, und die Brasilianer sind von 2014 noch geladen“, ergänzt der 33-Jährige mit Blick auf die 1:7-Halbfinalschmach der Selecao gegen Deutschland.



Als Turnierfavorit sieht Mertesacker aber die deutsche Mannschaft. „Es ist gut, dass mit acht Weltmeistern noch eine gewisse Erfahrung da ist. Es sind Spieler, die den Weg bis zum kompletten Erfolg mitgemacht haben“, lässt Mertesacker mit Blick auf das Grundgerüst um Manuel Neuer, Mats Hummels, Jerome Boateng, Mesut Özil, Sami Khedira, Toni Kroos und Thomas Müller wissen. Aber auch diversen Youngstern traut „Merte“ zu, eine tragende Rolle zu spielen: „Es ist erstaunlich, wie groß der Dunstkreis mittlerweile ist. Selbst wenn wir komplett durchrotieren, haben wir trotzdem ein Niveau, mit dem wir ein Turnier gewinnen können. Wir sind der Favorit“


Mertesacker selbst wird nach der Saison als Leiter der Nachwuchs-Akademie vom FC Arsenal neue Wege gehe. „Es wird nicht langweilig“, erklärt der 104-fache Nationalspieler. Die Weltmeisterschaft wird er allerdings nur vom Fernseher aus verfolgen – und nicht nach Russland reisen. „Ich möchte die Zeit nutzen, um etwas Abstand zum Fußball zu gewinnen“, schließt Mertesacker.