DUESSELDORF, GERMANY - MARCH 23:  Joachim Low, Manager of Germany looks on during the International friendly match between Germany and Spain at Esprit-Arena on March 23, 2018 in Duesseldorf, Germany.  (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Mission Titelverteidigung: Joachim Löws Erkenntisse aus dem Spiel gegen Spanien

Am gestrigen Freitagabend trennten sich Deutschland und Spanien in einem sehr ansehnlichen Testspiel mit 1:1-Unentschieden. Aus dem Spiel gegen einen der Topfavoriten bei der Weltmeisterschaft konnte Nationaltrainer Löw viele wichtige Rückschlüsse ziehen.

1. Schwachstelle Linksverteidigung

Die linke Defensivseite bleibt weiterhin die Achillesferse im Spiel der Deutschen. Der Kölner Jonas Hector wirkte gegen die spielstarken Spanier phasenweise überfordert und leistete sich einige einfache Ballverluste. Auch im Spiel nach vorne war der 27-Jährige nicht zwingend genug und ließ bei seinen Flanken die nötige Präzision vermissen. Beim Testspiel gegen Brasilien am Dienstag erhält vermutlich der Berliner Marvin Plattenhardt eine Chance, sich anzubieten.

2. Nicht jede Situation ist spielerisch aufzulösen

In der ersten Halbzeit wurde die DFB-Elf von der 'Furia Roja' phasenweise stark nach hinten gedrängt. Dabei wurden die Deutschen bereits früh in der eigenen Hälfte angelaufen. Aus den meisten Situationen konnte sich die technisch starke Viererkette spielerisch lösen. Einige Male hätte aber ein einfacher Befreiungsschlag für Entlastung sorgen können. 

3. Keine Panik wegen Neuer-Verletzung - Ter Stegen zur Stelle

Marc-Andre ter Stegen ist in Spanien zu einem echten Weltklassetorhüter gereift und machte auch gegen die Iberer einen sehr guten Eindruck. Der Stammtorhüter wäre ohne Zweifel in der Lage, Manuel Neuer bei der WM gut zu vertreten. Beim Heilungsprozess von Welttorhüter Neuer muss also kein Risiko eingegangen werden.

4. Auf Müller ist Verlass

Thomas Müller war auch gegen Spanien mal wieder einer der besten Spieler der Deutschen. Mit seinem traumhaften Distanzschuss zum 1:1-Ausgleich setzte der 28-Jährige genau zum richtigen Zeitpunkt im Spiel ein wichtiges Zeichen. Auch ansonsten war der 90-fache Nationalspieler ein ständiger Aktivposten und bleibt unverzichtbar für Jogi Löw.

5. Teamgeist stimmt

Das Team von Nationaltrainer Joachim Löw ließ sich durch die starke Anfangsphase und den frühen Treffer der Spanier nicht aus der Ruhe bringen und konnte sich im Spielverlauf steigern. Dabei war auffällig, dass die Spieler auf dem Rasen viel miteinander kommunizierten und sich gegenseitig halfen.

6. Emsiger Werner mit Luft nach oben

Timo Werner brachte viel Tempo ins Spiel des Weltmeister. Der Angreifer von RB Leipzig war an vielen Offensivaktionen beteiligt und könnte auch bei der WM mit seiner Geschwindigkeit eine richtige Waffe werden. In einigen Situationen agierte der 22-Jährige jedoch noch etwas hektisch und nicht präzise genug. Behält er seine Form, dürfte er sein Ticket für Russland sicher haben.

7. Titelverteidigung wird Mammutaufgabe

Das Spiel gegen Spanien hat eindeutig gezeigt, dass die deutsche Mannschaft eine absolute Topleistung abrufen muss, um im Sommer bei der Weltmeisterschaft in Russland eine Chance zu haben, den Titel von 2014 zu verteidigen. Nur wenn alle Mannschaftsteile gut miteinander harmonieren, können die Deutschen weit kommen.

8. Deutschland auf Augenhöhe mit den besten der Welt

Dennoch lässt sich konstatieren, dass die Deutschen auf einem sehr guten Weg sind. Nur wenige Mannschaften hätten gegen eine gut aufgelegte Elf der Spanier gestern so gut aussehen können. Dabei ist es zudem schön zu sehen, dass man sich das Remis keineswegs ermauert hat, sondern dass die Deutschen einen sehr gepflegten Fußball anboten.