DUESSELDORF, GERMANY - MARCH 22: Head coach Joachim Loew looks on during a Germany training session ahead of their international friendly match against Spain at ESPRIT arena on March 22, 2018 in Duesseldorf, Germany.  (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Keine Chance unter Löw: Diese 9 Spieler werden vom Bundestrainer ignoriert

Die WM steht vor der Tür. Deutschland will nach Italien (1934 und 38) und Brasilien (1958, 62) die dritte Nation werden, die den Titel verteidigen kann. Bundestrainer Joachim Löw vertraut dabei vor allem seinem bewährten Personal aus Brasilien und den Newcomern vom Confed-Cup-Triumph. Einige Bundesliga-Stars spielen in den Planungen dagegen keine Rolle. Darunter einige erfahrene Spieler, denen Löw einst zum Nationalelf-Debüt verhalf.


Diese neun Spieler werden von Löw ignoriert:

9. Philipp Max

Philipp Max spielte in der Jugend beim FC Bayern und Schalke 04, bevor er beim Karlsruher SC zum Profi wurde. Der endgültige Durchbruch in der Bundesliga gelang dem 24-Jährigen in dieser Saison: Mit 13 Torvorlagen ist der beste Vorbereiter der Liga. Gerade in der Premier League hat er sich damit auf die Zettel der Top-Klubs gespielt. Auf dem von Bundestrainer Joachim Löw taucht Max aber nicht auf: "Wir haben ihn natürlich einige Male gesehen. Sicher ein guter Spieler auf der linken Seite. Im Moment spielt er für die WM aber keine Rolle", betonte Löw auf der Pressekonferenz vor dem Spanien-Test am Donnerstag.


Möglich aber, dass Max nach dem Turnier in Russland eine Option ist - vorausgesetzt er kann seine starken Leistungen auch in Zukunft bestätigen.

8. Max Kruse

14-mal lief Max Kruse mit dem Adler auf der Brust für die A-Nationalmannaschaft auf. Ende Mai 2013 hieß der Bundestrainer bei seinem Debüt gegen Ecuador Jogi Löw. Seit dem letzten EM-Qualifikationsspiel gegen Georgien im Oktober 2015 verzichtet Löw allerdings auf den Bremer Angreifer. Bei seinem letzten Auftritt im DFB-Team hatte Kruse nach seiner Einwechslung noch das 2:1-Siegtor geschossen - Länderspieltreffer Nummer vier für den 30-Jährigen.


Doch Löw stört sich an dessen Arbeitseinstellung. "Max hat sich zum wiederholten Male unprofessionell verhalten. Das akzeptiere ich nicht“, begründete er dessen Degradierung. Im März 2016 war Kruse wegen eines Streits in einem Berliner Klub mit einem Bild-Reporter negativ aufgefallen. Und auch seine regelmäßigen Pokerauftritte sowie Diskussionen um sein Gewicht sind Löw wohl ein Dorn im Auge.


So kümmert sich der Werder-Star in der Länderspielpause lieber um seinen eigenen Rennstall "Max Kruse Racing". Kumpel Benjamin Leuchter trifft für das Team in der ADAC TCR-Serie an. "Für mich geht damit ein Traum in Erfüllung“, sagte Kruse der Deichstube.


Der Traum von einer Turnier-Teilnahme mit dem DFB-Team wird dagegen unerfüllt bleiben. Unter Löw wird Kruse keine Chance mehr haben - mit Lars Stindl setzt er schon längst auf einen ähnlichen Stürmertypen.

7. Gonzalo Castro

Einen Tag nach dem Test gegen Brasilien am kommenden Dienstag ist das fünfte und bisher letzte A-Länderspiel von Gonzalo Castro exakt 11 Jahre her. Am 28. März 2007 debütierte der mittlerweile 30 Jahre alte BVB-Profi für das DFB-Team unter Bundestrainer Löw. Knapp acht Monate später war Castros Karriere in der Nationalmannschaft schon wieder vorbei. Von Löw wird er seit Jahren ignoriert und ist mittlerweile in einem Alter angelangt, bei dem er sich keine Hoffnungen auf ein spätes Comeback mehr machen dürfte. Im zentralen Mittelfeld ist der Weltmeister ohnehin bestens und breit aufgestellt. Auf die Position als Außenverteidiger hat Castro keine Lust.

6. Marcel Schmelzer

Der BVB-Kapitän wird seit Jahren von Löw verschmäht. 16 Länderspiele hat Schmelzer absolviert, im November 2010 debütierte er unter dem heutigen Bundestrainer im Testspiel gegen Schweden. Zuletzt durfte der 30-Jährige im März vor der WM 2014 gegen Chile ran - und verpasste im Anschluss den Sprung nach Brasilien. Dort vertraute Löw lieber Innenverteidiger Benedikt Höwedes auf der linken Abwehrseite. Schmelzer hat ein Comeback im DFB-Team längst abgehakt, sagte im Sommer 2017: "Für mich wäre es immer ein Thema. Aber dadurch, dass ich weiß, dass der Bundestrainer jetzt auch noch seinen Vertrag verlängert hat [bis 2020, Anm. d. Red.], glaube ich schon, dass es eher schwierig für mich wird."

5. Lars Bender

Beim DFB galt vor allem Ex-Sportdirektor Matthias Sammer als großer Befürworter der Bender-Zwillinge. Bayer-Kapitän Lars absolvierte bislang 19 Länderspiele unter Löw, bei der EM 2012 stand er im letzten Gruppenspiel gegen Dänemark sogar in der Anfangsformation - als rechter Verteidiger. Trotz seiner Flexibilität ist Bender aber seit Ende 2014 kein Thema mehr im DFB-Team. Im Mittelfeld gibt es ohnehin viele Alternativen, hinten rechts hat Löw neben Joshua Kimmich andere Kandidaten im Blick. Für den Silbermedaillen-Gewinner von Rio gibt es wohl kein zurück.

4. Willi Orban

Der nächste Bundesliga-Kapitän, der unter Löw keine guten Aussichten besitzt. Willi Orban lässt immer mal wieder durchblicken, dass er seinen großen Traum vom DFB-Team noch nicht abgeschrieben hat. Der Abwehrchef von Vizemeister RB Leipzig steht in der Hierarchie des Bundestrainers aber weit hinten. Neben den gesetzten Mats Hummels und Jerome Boateng gelten bei Löw vor allem Antonio Rüdiger, Niklas Süle und Jonathan Tah als Nachfolger des Weltmeister-Duos. Auch nach der WM dürfte Orban deshalb keine Rolle spielen.

3. Mark Uth

Topstürmer sind in Deutschland rar gesät. Mark Uth hat gerade in der vergangenen Spielzeit und in der Hinrunde der aktuellen Saison regelmäßig getroffen und kann in der Offensive mehrere Postionen bekleiden. Auf dem Flügel herrscht im DFB-Team jedoch kein Bedarf und im Zentrum stehen mit Timo Werner, Mario Gomez, Sandro Wagner und Lars Stindl mindestens vier andere Spieler vor dem 26-Jährigen. Leverkusens Kevin Volland teilt dabei ein ähnliches Schicksal wie Uth. Es bleibt abzuwarten ob sich das ändern kann, falls der TSG-Stürmer nach seinem Wechsel zum FC Schalke bei Königsblau voll einschlägt - die Aussichten bleiben gering.

2. Mitchell Weiser

Zugegeben, in dieser Saison läuft es für Mitchell Weiser nicht sehr rund. Seinen Stammplatz in Berlin hat er nach einigen Blessuren zwischenzeitlich verloren. Dennoch überzeugte er im letzten Jahr und beim EM-Titelgewinn der U21 wahlweise als rechter Verteidiger oder in offensiverer Position auf dem Flügel. Mit 23 Jahren ist er zudem noch in einem entwicklungsfähigen Alter. Eine Rolle im A-Team hat Weiser das bislang aber noch nicht eingebracht. Vielleicht hilft ein Wechsel zu einem größeren Klub? Der BVB soll Interesse zeigen.

1. Marius Wolf

Marius Wolf ist ein Shootingstar der laufenden Bundesliga-Saison. Eintracht-Kollege Kevin-Prince Boateng will sogar seine Karriere darauf setzten, dass der 22-Jährige bald im DFB-Dress aufläuft. In Frankfurt brilliert er über die rechte Seite in einem 3-5-2-System, das auch der Bundestrainer gerne spielen lässt. Die Voraussetzungen wären eigentlich optimal, um Wolf eine Chance zu geben. Vor der WM wird das aber nichts mehr - Löw setzt auf erfahreneres Personal.

Keine Chance auf WM-Teilnahme - Schmelzer, Castro, Max und Co: Diese neun Spieler werden vom Bundestrainer ignoriert.