Im Werben um die argentinische Sturm-Hoffnung Lautaro Martinez schaut der BVB in die Röhre. Inter Mailand erhält den Zuschlag für den 20-Jährigen von Hauptstadklub Racing Avellaneda. Die Borussia habe mit einem Angebot schlicht zu lange gewartet, erklärten Racing-Präsident Victor Blanco und auch der Spieler.


Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Im Fall von Lautaro Martinez wurde das Borussia Dortmund zum Verhängnis. Das argentinische Sturm-Juwel steht vor einem Wechsel zu Inter Mailand. Der BVB hatte auf der Suche nach einem langfristigen Nachfolger für Pierre-Emerick Aubameyang mit einem ​Last-Minute-Angebot versucht Inter im Werben um den 20-Jährigen noch auszustechen. Mit 32,5 Millionen Euro sei das sogar besser gewesen als die Offerte der 'Nerazzurri'. 


Warum die Borussia dennoch damit scheiterte, verriet Racing-Präsident Victor Blanco. Der Chef des Hauptstadklubs aus Buenos Aires, bei dem Martinez den Sprung zum Profi schaffte, sei "überrascht" gewesen, dass der BVB an ihn herantrat. "Borussia Dortmund kam zu spät - sowohl um uns als auch den Spieler zu überzeugen. Es gibt keine andere Option als die, dass Lautaro zu Inter geht. Wir werden unser Wort halten“, sagte der 70-jährige Spanier gegenüber Radio Continental (via ​transfermarkt.de).



AFA Scandal Executive Assembly

Racing-Präsident war "überrascht", dass der BVB noch eine Offerte einreicht


Racing kassiere demnach eine Ablöse von umgerechnet 22 Millionen Euro netto plus zehn Prozent an einem zukünftigen Weiterverkauf. Im Vertrag soll eine Ausstiegsklausel in Höhe von 111 Millionen Euro verankert werden. Inter wolle ein Team um Martinez herum aufbauen: "Er hat einen Vor-Vertrag unterschrieben und wird im Juni nach Mailand gehen“, bekräftigte Blanco.


BVB-Besuch bei Martinez erfolglos - Zanetti überzeugt ihn von Inter


Daran konnte weder das BVB-Angebot noch das Werben von Atletico Madrid etwas ändern. Die 'Rojiblancos' waren lediglich bereit zwölf Millionen Euro zu zahlen und hatten im Rennen um Martinez damit von Anfang an keine Chance. Den Torjäger, der zum ersten Mal für die argentinische Nationalelf für die beiden Testspiele gegen Italien und Spanien nominiert wurde, zieht es in die Serie A. 


Gegenüber dem argentinischen TV-Sender TycSports erläuterte er seine Entscheidung und erzählte, wie die Verhandlungen mit Inter und dem BVB gelaufen sind: "Sie kamen nach Buenos Aires mit der klaren Vorstellung, mich zu holen. Deswegen habe ich mich für Inter entschieden.“ Ein Grund für seinen Entschluss sei auch Landsmann und Inter-Ikone Javier Zanetti gewesen. Der 44-Jährige trug selbst 19 Jahre das Inter-Trikot und wurde nach seinem Karriereende 2014 Vize-Präsident bei den Mailändern. Zanetti habe "eine Menge Interesse gezeigt, indem er mich auch sehr häufig anrief“, verriet Martinez.

1. FC Magdeburg v Borussia Dortmund - DFB Cup

Die Suche nach einem Mittelstürmer geht für Zorc und Watzke weiter


Der BVB habe sich zwar auch sehr bemüht, am Ende aber zu lange gezögert. "Sie kamen sogar zu mir nach Hause, wir unterhielten uns und sie erbaten noch Zeit“, so Martinez. "Wir haben sie gewarnt, dass viele andere Vereine Interesse zeigen und Angebote abgegeben haben. Die Situation haben sie akzeptiert“, meinte der 20-Jährige weiter.


Am Ende müssen Michael Zorc und Co. auch akzeptieren, dass die Suche nach einem Mittelstürmer weitergeht. Der gleichermaßen spiel- und abschlussstarke Martinez wäre mit Sicherheit eine Top-Lösung gewesen - in Anbetracht seines Alters und seiner Entwicklungsfähigkeit sogar zu einem akzeptablen Preis.