Vor dem Duell mit WM-Mitfavorit Spanien spricht Bundestrainer Joachim Löw über den Zustand von Manuel Neuer und gibt Einblicke zu seiner möglichen Startformation am Freitagabend. Im Hinblick auf die Kader-Nominierung Mitte Mai wolle Löw "ein bisschen experimentieren", das Grundgerüst aber steht.


​Es sind die letzten beiden Härtetests vor der Weltmeisterschaft und der Kader-Nominierung am 15. Mai. Deutschland empfängt am Freitag in Düsseldorf Spanien (20.45 Uhr) und am kommenden Dienstag in Berlin das brasilianische Nationalteam (20.45 Uhr). Zwei der wohl größten Konkurrenten um die erfolgreiche Titelverteidigung in Russland.


Auf der Pressekonferenz am Donnerstag kündigte Bundestrainer Joachim Löw an, gegen die Spanier "ein bisschen experimentieren" zu wollen. Einige Spieler sollen im Hinblick auf die Benennung des 23-köpfigen Kaders im Mai ihre Chance erhalten. 

​​Zugleich wolle er gegen die Spanier aber auf eine altbewährte Achse vertrauen, um Mats Hummels und Jerome Boateng in der Innenverteidigung, Toni Kross in der Zentrale sowie Thomas Müller und Mesut Özil in der Offensive. In welchem System die DFB-Elf aufläuft, ließ er dabei aber offen.

In Abwesenheit des weiter verletzten Manuel Neuer wird Marc André ter Stegen im Tor stehen. Der Barça-Keeper dürfte auch bei der WM die Nummer eins sein, sollte Neuer nicht rechtzeitig fit werden. Darüber macht sich Löw allerdings keine Sorgen - behauptet er zumindest. "Manuel Neuer ist absolut im Fahrplan", bekräftigte der 58-Jährige und berichtete von einem Gespräch zwischen ihm, Neuer, Doktor Müller-Wohlfahrt und Bundes-Torwarttrainer Andreas Köpke. Das Ergebnis: "Manuel wird diese Saison für den FC Bayern noch zum Einsatz kommen. Noch in dieser Woche soll die Trainingsbelastung auf 100 Prozent gesteigert werden."

So oder so, zwischen den Pfosten wird die DFB-Elf in Russland gut aufgestellt sein. Neben der System-Frage bleiben die Positionen im Mittelfeld und der Offensiv-Reihe hart umkämpft. Liverpools Emre Can wird gegen Spanien keine Pluspunkte sammeln können. Der 24-Jährige fällt wegen Rückenproblemen für das Testspiel aus, bestätigte Löw. Und auch Sebastian Rudy wird in Düsseldorf nicht dabei sein. Der 28-Jährige erwartet Nachwuchs: "Seine Frau war schon mit Wehen im Krankenhaus. Eventuell ist es heute so weit. Ich habe gesagt: Bleib da, deine Frau braucht dich. Schau, dass du eventuell am Wochenende kommst", so der Bundestrainer.

Gomez oder Wagner im Sturmzentrum? Chance für Sané?


In der Mittelfeldzentrale bliebe nach den Aussagen von Löw neben Kroos und Özil noch ein Platz. Um den dürften sich Sami Khedira, Ilkay Gündogan und Leon Goretzka streiten. Alle drei haben ihren Platz im WM-Kader nach jetzigem Stand der Dinge sicher. 


Sollte Löw sein Team in einer 4-2-3-1-Formation spielen lassen, wird Thomas Müller wohl über die rechte Seite kommen, Özil in der Zentrale. Links hat der Bundestrainer die Qual der Wahl zwischen Confed-Cup-Kapitän Julian Draxler, Leroy Sané und Julian Brandt. Möglich, dass Sané, wie schon im vergangenen November gegen England, erneut eine Chance in der Startelf erhält. Aber auch Draxler würde Spielpraxis mit Sicherheit gut tun.


Spannend bleibt es Im Sturmzentrum. Timo Werner ist leicht angeschlagen, Löw wird deshalb wohl auf Mario Gomez oder Sandro Wagner setzen. Lars Stindl wäre die "spielerische Lösung". Auf der Pressekonferenz am Donnerstag ließ sich Löw offen, sowohl Gomez als auch Wagner mit zur WM zu nehmen. "Es gibt die Chance, dass beide mitfahren. Werner ist ja ein bisschen anderer Typ. Es hängt auch von der Form ab. Beide sind in sehr guter Form im Moment, sind selbstbewusst. Wir werden beiden Spielzeit ermöglichen jetzt in den Spielen", verriet der Bundestrainer.

Heißt auch: Werner fährt auf jeden Fall mit, Stindl besitzt dank seiner Flexibilität ebenfalls gute Chancen. Wagner und Gomez werden trotz Löws Worte wohl den dritten Kaderplatz unter sich ausmachen. Kaum vorstellbar, dass Löw zwei Stoßstürmer mit nach Russland nimmt, zumal er ohnehin kein all zu großer Freund eines solchen Spielertypus ist.