Philipp Max wird im kommenden Sommer nicht im WM-Aufgebot der Nationalmannschaft stehen. Der Linksverteidiger des FC Augsburg spielt in den Plänen von Joachim Löw derzeit keine Rolle, wie der Bundestrainer vor den Testspielen gegen Spanien und Brasilien bestätigte. Mit 13 Vorlagen ist Max der beste Torlieferant der Bundesliga.


Wenn es in der deutschen Nationalmannschaft so etwas wie eine Problemzone gibt, dann ist das sicherlich die linke Abwehrseite. Für die kommenden beiden Testländerpiele gegen Spanien und Brasilien stehen auf dieser Position Jonas Hector und wie schon beim Confed-Cup Marvin Plattenhardt im ​Aufgebot von Joachim Löw.


Während Plattenhardt mit Hertha BSC im grauen Mittelmaß der Bundesliga spielt, kämpf Hector beim 1. FC Köln gegen den Abstieg. Neben Mittelstürmer Mario Gomez (VfB Stuttgart) sind die beiden die einzigen DFB-Kicker, die aktuell nicht bei einem Top-Verein unter Vertrag stehen. Hector hat zumindest schon einige Erfahrung im Nationalteam vorzuweisen und war auch bei der EM 2016 hinten links gesetzt. Im Sommer könnte sich der 27-Jährige ​einem Spitzenklub anschließen. Der BVB und die Bayern sind stark interessiert und auch Juventus Turin soll die Fühler ausgestreckt haben.

Dennoch zeigt gerade die Plattenhardt-Nominierung deutlich den Mangel an Topspielern auf dieser Position. Nun spielt auch Philipp Max nicht gerade bei einem Verein aus dem obersten Regal. Der Linksverteidiger des FC Augsburg besticht in dieser Saison jedoch mit starken Leistungen. Das machen seine bisher 13 Torvorlagen beim Bundesliga-Zehnten deutlich. Der 24-Jährige ist damit der beste Vorbereiter der Liga. Eine Chance, deshalb noch auf den WM-Zug aufzuspringen, besitzt er trotzdem nicht. 


"Wir haben ihn natürlich einige Male gesehen. Sicher ein guter Spieler auf der linken Seite. Im Moment spielt er für die WM aber keine Rolle", betonte Löw auf der Pressekonferenz vor dem Test gegen Spanien am Freitag (20.45 Uhr). 

FCA-Geschäftsführer ​Stefan Reuter hatte das schon geahnt, nachdem Max nicht nominiert worden war. "Wenn an Verletzungen nichts passiert, glaube ich nicht, dass ein Neuling mitgenommen wird", erklärte Reuter im Interview mit SPORT1. Der Weltmeister von 1990 glaubt, der Bundestrainer setzt in Russland auf "bewährte Kräfte", spricht seinem Schützling aber Mut zu: "Er soll hier weiter seine Leistung abrufen, dann ist es nur eine Frage der Zeit", so Reuter.


Ob Max das in Zukunft wirklich weiter in Augsburg macht, bleibt indes fraglich - trotz Vertrag bis 2022. Seine guten Leistungen haben Begehrlichkeiten geweckt. Vor allem die Prominenz aus England hat Max wohl auf dem Zettel. Mit einem Wechsel zu einem Premier-League-Krösus könnte es nach der WM auch mit dem DFB-Team klappen.