​Aufsteiger Hannover 96 ist nach vier Niederlagen in Folge in das untere Tabellendrittel abgerutscht. Die Niedersachsen haben derzeit zwar noch sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, dürfen sich mit ihren 32 Punkten auf dem Konto ​allerdings keinesfalls zu sicher fühlen. Cheftrainer André Breitenreiter wünscht sich in dieser schwierigen Phase mehr Unterstützung von den Fans. 


In den vergangenen Monaten war beim Aufsteiger die geplante Übernahme durch Präsident Martin Kind ein großes Dauerthema. Die Ultras positionierten sich klar gegen die Pläne des 73-Jährigen und riefen zum Stimmungsboykott auf. Anfang Februar gab die DFL bekannt, dass der Klubboss und Hannover 96 ​den Antrag vorerst ruhen lassen. Die aktive Fanszene unterstützte die Mannschaft fortan wieder. Seit Anfang März bleibt die Fankurve allerdings wieder stumm, da die Vereinsführung drei aufgestellte Forderungen der Anhänger nicht erfüllte.

Übungsleiter Breitenreiter verhielt sich beim Thema "Kind-Übernahme" bislang neutral. "Es ist einfach nicht unser Thema. Trotzdem möchte ich festhalten, dass es den Verein ohne Martin Kind wohl heute nicht so geben würde", sagte der 96-Coach ​im Interview mit Sportbuzzer. Der 44-Jährige beklagte zudem die fehlende Unterstützung für seine Spieler. "Ich finde es einfach nur schade, dass die Mannschaft nicht unterstützt wird", betonte der Cheftrainer. 


"Bei der Trainertagung zu Wochenbeginn hat mich jeder gleichartig begrüßt und gesagt: Ihr macht einen Super-Job, aber das ist ja so bitter ohne Fans. Das berichten die Trainerkollegen auch von den Spielen hier in Hannover", gab Breitenreiter zu Protokoll. "Das zeigt aber nur, wie außergewöhnlich die Leistung der Mannschaft zu bewerten ist. Normalerweise hat man mit gefühlten 34 Auswärtsspielen keine Chance, die Liga zu halten." 

Hannover 96 v FC Augsburg - Bundesliga

96-Fans beziehen mit ihrem "Kind muss weg!"-Banner klar Stellung


Der 96-Coach hob zudem hervor, welch wichtige Rolle die Fans in der vergangenen Saison gespielt haben. "Die Fans haben uns zum Aufstieg getragen. Besondere Spiele wie den Derbysieg oder das Spiel gegen Stuttgart mit dem parallelen Spiel in Bielefeld waren einzigartig", betonte Breitenreiter. Deswegen sei es sehr schade, dass "die Problematik zum Stimmungsboykott" geführt hat. 


Die ausbleibende Unterstützung könnte sich auch negativ auf Vertragsverhandlungen auswirken. "Die Atmosphäre im eigenen Stadion ist ein wesentlicher Be­standteil bei der Entscheidungsfindung eines Spielers, ob er seinen Vertrag verlängert oder ob sich ein potenzieller Neuzugang für uns entscheidet", stellte Breitenreiter klar.