Es ist auf den Tag fast genau ein halbes Jahr her, da zog sich Manuel Neuer seinen zweiten Mittelfußbruch binnen weniger Monate zu. Während die Weltmeisterschaft dieser Tage immer näher rückt, laboriert der Welttorhüter noch immer an den Folgen seiner Verletzung. Beim DFB hörte man nun so etwas wie erste leise Zweifel an seiner WM-Teilnahme.


„Alle haben sich sehr gefreut, dass Manuel mal wiedergekommen ist. Das war auch sein Wunsch, wieder zur Mannschaft zu stoßen, um mit Spielern, Trainern und Betreuern zu sprechen“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff über den Besuch des DFB-Kapitäns, der nach Informationen des kicker heute eine Einheit auf dem Laufband mit hundertprozentiger Belastung absolvieren wird. „Ich bin weiter positiv gestimmt, er auch. Von unserer Seite aus gibt es keinen Druck. Es ist eine Entscheidung von ihm und den Ärzten. Wir hoffen natürlich, dass er hundertprozentig belastbar ist, wenn wir nominieren.“


Während sich ‘Die Mannschaft‘ aktuell in Düsseldorf auf ihren Test gegen Spanien vorbereitet, durchläuft Manuel Neuer weiter sein Reha-Programm. Seit Mitte September setzt den 31-Jährigen ein Mittelfußbruch außer Gefecht und auch Wochen zuvor hatte der Schlussmann bereits mehrfach mit einer Fußverletzung zu kämpfen. Die Rechnung ist also klar: Neuer fehlt die Spielpraxis – was auch Oliver Bierhoff zu Denken gab. 


„Ich glaube aber trotzdem, dass bei intensiven Trainingseinheiten ein Welttorhüter relativ schnell wieder in den Rhythmus kommt“, so der 49-Jährige, der zudem verriet, dass er sich bei Torwart-Trainer Andreas Köppke explizit nach dem Szenario der mangelnden Spielpraxis erkundigt habe – kommen langsam erste Zweifel an Neuers WM-Teilnahme auf?

FC Bayern Muenchen v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

Wird er rechtzeitig fit? Der DFB bangt weiterhin um Kapitän Manuel Neuer


Ex-Bundestrainer Berti Vogts forderte in seiner Kolumne bei t-online.de derweil eine Deadline für den nach wie vor verletzten National-Keeper. „Wenn er die letzten beiden Bundesligaspiele macht und dann die Länderspiele gegen Österreich und Saudi-Arabien, dann kommt er gut klar“, erklärte der 71-Jährige. „Er ist ein ausgebuffter, international erfahrener Spieler, da würde ich mir keine Sorgen machen. Man muss aber auch klar sagen: Ohne Bundesligaspiel und ohne diese Länderspiele wird es sehr schwierig. Das sollte daher die Deadline sein.“


Ter Stegen - ein Weltklasse-'Ersatz'


Letzten Endes wird sich Joachim Löw mit seinem Trainerteam, den Ärzten und natürlich Neuer zusammensetzen und dann eine Entscheidung treffen. Klar ist allerdings schon jetzt: Wenn sich Deutschland auf einer Position keine Sorgen machen muss, dann ist es die des Torhüters. Wohl kein anderes Land ist zwischen den Pfosten so gut aufgestellt, wie Schwarz-Rot-Gold. Demnach dürfte Welttorhüter Neuer – sofern er dann wirklich nicht rechtzeitig fit wird – ein anderer Weltklasse-Keeper ersetzen. 


Und zwar Marc-André ter Stegen. Der 25-jährige Schlussmann ist in dieser Saison bei Barca endgültig zu den Besten auf dem Planeten aufgestiegen, behielt in der Champions League und in der spanischen La Liga insgesamt 23-mal (!) die weiße Weste und musste in 38 Saisonspielen lediglich 20 Gegentreffer hinnehmen - eine sagenhafte Bilanz, die er in Russland aufbessern könnte.