Auf dem Trainingsplatz am Geißbockheim ist es derzeit etwas leerer. Es ist Länderspielpause - einige FC-Profis weilen bei ihren Nationalteams. Darunter mit Jonas Hector und Yuya Osako zwei Hauptakteure der Geißböcke. In Abwesenheit der beiden verteilt FC-Coach Stefan Ruthenbeck ein Sonderlob an seinen Kapitän und den japanischen Angreifer.


Die Hoffnungen beim 1. FC Köln auf das "Wunder Klassenerhalt" fahren Achterbahn. Sieg in Leipzig, zwei Pleiten gegen Bremen und Stuttgart, bevor der ​FC im Derby gegen Bayer Leverkusen das nächste Spitzenteam schlagen konnte. Es beweist: Nach der desolaten Hinserie haben sich die Geißböcke unter Stefan Ruthenbeck wieder stabilisiert - ob das zum Klassenerhalt reicht, bleibt offen. Auch dank der schwächelnden Konkurrenz ist das rettende Ufer mit fünf Punkten Rückstand aber so nahe wie lange nicht mehr. 


In den verbleibenden sieben Partien nach der Länderspielpause heißt es für die Geißböcke, so oft wie möglich das Gesicht aus den Spielen gegen RB und Bayer zu zeigen. Dann scheint sogar die direkte Rettung noch möglich. Eine Hauptrolle bei der Aufholjagd nimmt Nationalspieler Jonas Hector ein. Ob im Mittelfeld oder wie zuletzt wieder als linker Verteidiger, der Nationalspieler ist die​ zentrale Figur bei den Kölnern. "Er ist ein wichtiger Stabilisator in unserem Spiel. Wenn es bei ihm mal nicht so läuft, merkt man das auch unserem Spiel an“, stimmt FC-Coach Ruthenbeck zu. 

Gegen Leverkusen lief es bei Hector und folglich auch beim ganzen Team. Mit 11,9 Kilometern spulte der 27-Jährige dabei die zweitmeisten Laufkilometer beim FC ab. Ein gutes Zeichen, dass Hector nach langer Verletzungspause wieder auf dem Weg zu seiner Topform ist. Dennoch müsse er weiter aufholen, meint Ruthenbeck. Das sei aber völlig normal. Hector hatte fast die komplette Hinrunde gefehlt, nachdem er sich beim Europa-League-Auftakt gegen Arsenal London das Syndesmoseband gerissen hatte. Aktuell weilt er bei der DFB-Auswahl vor den Testspielen gegen Spanien und Brasilien. "Jonas ist ein Musterprofi und gehört für mich in den Kader der Nationalmannschaft“, geht Ruthenbeck fest von Hectors WM-Teilnahme aus.


Osako "im Moment voll da"


In Russland dürfte mit Yuya Osako auch ein zweiter FC-Profi dabei sein. Der 27 Jahre alte Angreifer testet mit der japanischen Nationalmannschaft am Freitag gegen Mali und am Dienstag darauf gegen die Auswahl der Ukraine. Ruthenbeck zeigt sich von den Leistungen des 25-fachen Nationalspielers in den letzten Wochen begeistert. "Yuya ist im Moment voll da. Und das nicht nur aufgrund seiner Tore, er gewinnt von allen Offensivspielern der Bundesliga die meisten Zweikämpfe. Er ist sehr wertvoll für uns“, schwärmt der FC-Coach.

1. FC Koeln v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga

Große Freude: Osako (2. v. l.) fällt FC-Coach Ruthenbeck (l.) nach dem Derbysieg in die Arme


Zweikampfstark war Osako gegen die Werkself mit 20 Prozent gewonnener Duelle zwar nur bedingt, dafür aber umso effektiver. Den frühen Führungstreffer besorgte der Japaner höchstpersönlich und war damit in den vergangenen fünf Spielen an vier FC-Treffern direkt beteiligt. Bis zum 22. Spieltag standen für ihn lediglich zwei Torbeteiligungen zu Buche.