Auf der jährlichen Küchenparty im Grand Élysée, einem Event, in dem die Verantwortlichen des Hamburger SV den Gästen Rede und Antwort stehen, äußerte sich Direktor Sport Bernhard Peters über die Ziele der Vereinsführung und die Bedeutung der Länderspielpause für den Verein. 


Es waren nur wenige Sekunden im Hamburger Volksparkstadion vergangen, als die Fans der Rot-Hosen die erste schöne Kombination ihrer Mannen gegen die Hertha bestaunen durften. Auch wenn Aaron Hunt diese kläglich vergab, machte es für die ermatteten HSV-Fanseelen Lust auf mehr. Spätestens nach dem 1:0-Führungstreffer durch den Brasilianer Douglas Santos nach einem wundervoll herausgespielten Konter über mehrere Stationen, war die Handschrift des neuen HSV-Cheftrainers Christian Titz zu erkennen. Bemerkenswert vor allem, da es die erste Führung nach drei Monaten war!


Wenngleich die Hanseaten das Spiel aufgrund einer mangelhaften Defensivleistung aus der Hand gaben, so sind die ersten positiven Arbeitsansätze des Neutrainers, vor allem im couragierten Offensiv- und Umschaltspiel, eindeutig zu erkennen gewesen. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern möchte Titz das Spiel aktiv gestalten und sich nicht auf das Reagieren beschränken. Dass er im Jugendsektor Erfolge mit dieser Spielidee vorzuweisen hat, wird ihn gewiss bestärken, diesen Weg bei den Profis gleichermaßen fortzuführen.

Länderspielpause: Die Chance für Titz' Spielidee?


Doch neue Spielideen nehmen leider auch eine Menge Zeit in Anspruch, die dem Bundesliga-Dino jedoch davonzulaufen scheint. Umso bedeutender ist die Länderspielpause für die Norddeutschen zu bewerten. „Die Länderspielpause ist gut für uns, weil der Trainer etwas Zeit hat, seine Spielidee umzusetzen“, gab Bernhard Peters auf der Küchenparty zum Besten. „Wir müssen die Talente, die wir seit Jahren ausbilden, weiter durchbringen. Christian Titz ist ein Trainer mit großer Erfahrung, der den Gedanken umsetzen soll“, forderte der Direktor Sport ebenso.

Fiete Arp im Duell mit Frankfurts Falette

In der Tat stellt der HSV für junge und aufstrebende Talente eher eine Hürde statt eines Trampolins dar. Jüngstes Beispiel für diese Prämisse ist gewiss Augsburgs Shootingstar Michael Gregoritsch. In Hamburg nur Ergänzungsspieler, avancierte er bei den bayrischen Schwaben unter Trainer Manuel Baum mit elf Toren und vier Vorlagen zum absoluten Leistungsträger.


Mit Christian Titz hat man nun einen talent-affinen Cheftrainer - zahlreiche Talente sind unter anderem mit Douglas Santos (23), ​Jann-Fiete Arp (18) oder einem ​Tatsuya Ito (20) ebenso vorhanden. Die Frage bleibt dennoch, wird das Bundesliga-Urgestein die Symbiose schon diese Saison vollziehen? Der leidenden Nordlicht-Seele sei es jedenfalls gegönnt, traumhafte Spielzüge mit eigenen Talenten länger als nur wenige Sekunden bestaunen zu dürfen.