Auf der Suche nach einem Trainer für die kommende Saison gilt Lucien Favre als heißer Kandidat bei Borussia Dortmund und auch beim FC Bayern. Der Schweizer steht aktuell bei OGC Nizza an der Seitenlinie, soll aber eine Ausstiegsklausel besitzen.


Wenn in der Bundesliga ein neuer Trainer gesucht wird, konnte man in der jüngsten Vergangenheit darauf setzten, dass der Name Lucien Favre als möglicher Kandidat fällt. Der Schweizer hat sich bei Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach den Ruf eines Top-Fachmanns erarbeitet. Favre steht für einen modernen Ballbesitzfußball und große taktische Finesse. 


Seit Sommer 2016 arbeitet der 60-Jährige in Frankreich. OGC Nizza führte er in seiner Debütsaison mit Platz drei in der Ligue 1 gleich in die Champions-League-Qualifikation. Im zweiten Jahr läuft es nicht mehr ganz so rund: Nizza verpasste den Sprung in die Königsklasse, schied auch in der Europa Leauge aus und steht in der französischen Liga aktuell nur auf Rang acht.


Dennoch bleibt Favre ein heißes Thema in Deutschland. Gerade weil im kommenden Sommer in Dortmund und München Bedarf auf dem Trainerstuhl herrschen dürfte. Beim BVB war Favre schon im letzten Jahr der Wunschkandidat für die Tuchel-Nachfolge. Damals schob Nizza dem Wechsel allerdings einen Riegel vor - Favre besitzt an der französischen Riviera noch einen Vertrag bis 2019. Wie die ​Sportbild jetzt erfahren haben will, bekam der Schweizer als Dank eine Ausstiegsklausel in den laufenden Vertrag eingebaut. Demnach könne er Nizza für eine Ablöse zwischen drei und fünf Millionen Euro verlassen. 

Bayern-Boss Rummenigge schätzt Favre


Nizza-Präsident Jean-Pierre Rivère meinte zuletzt vielsagend: "Wir wissen, dass unser Trainer in Deutschland sehr beliebt ist, und das ​nicht nur in Dortmund.“ Gemeint ist wohl der FC Bayern, wo Favre ebenfalls als Heynckes-Erbe gehandelt wird. Wie angeblich schon nach dem Triple-Jahr im Sommer 2013. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge soll "große Stücke“ auf seinen ehemaligen Mitspieler halten. Die beiden waren zwischen 19987 und 1990 Teamkollegen bei Servette Genf.

Ins Anforderungsprofil würde Favre bei beiden Klubs passen. Der Rekordmeister will aus den Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit gelernt haben und auf einen deutschsprachigen Trainer setzten. Favre hat in Nizza zudem bewiesen, dass er mit Problem-Kickern wie Mario Balotelli umgehen kann. Auf der anderen Seite gilt der Schweizer als schwieriger Charakter, der sich nicht gerne in seine Arbeit hereinreden lässt. Konfliktpotenzial mit den Bossen Rummenigge und Hoeneß bestünde hier auf jeden Fall.


Ein weiteres Argument, das gegen eine Bundesliga-Rückkehr spricht: In Frankreich sind Ausstiegsklauseln laut Artikel 202 des Reglements des französischen Fußballverbands LFP sportrechtlich verboten. Es wäre daher höchstens möglich, dass Favre mit seinem Präsidenten eine Art Gentlemen’s Agreement abgeschlossen hat. Rechtlich würde das im Ernstfall aber wohl kaum standhalten.